Gegen Hertha

Bayern winkt Blitz-Herbstmeisterschaft

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Bayern-Trainer Pep Guardiola war wegen eines Trauerfalls kurz in Spanien.

München - Tore, Tore, Tore - auch im unerwarteten Liga-Spitzenspiel gegen Hertha wird wieder ein Bayern-Schützenfest erwartet. Bei einem Sieg und einem Patzer des BVB ist die Herbstmeisterschaft fix.

Die Blitz-Herbstmeisterschaft ist möglich. Beim unverhofften Bundesliga-Spitzenspiel gegen Hertha BSC kann sich der FC Bayern München so früh wie nur in der Triple-Saison zur Nummer 1 nach der Hinrunde küren. Bei einem Erfolg gegen die Berliner und einem verpassten Sieg von Borussia Dortmund gegen den VfB Stuttgart würde der deutsche Fußball-Meister auf jeden Fall als Spitzenreiter überwintern.

Vier Tage nach dem Torfest in der Champions League beim 4:0 gegen Piräus und am Tag nach der Jahreshauptversammlung ist der nächste Sieg auf dem Weg zur fünften Herbstmeisterschaft nacheinander fest eingeplant. „Zu einer perfekten Woche fehlen jetzt noch drei Punkte gegen Hertha“, erklärte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge vor dem Spiel gegen das „robuste“ Überraschungsteam aus der Hauptstadt.

Am Tag vor der Partie am Samstag (15.30 Uhr) in München fehlte Trainer Pep Guardiola den Bayern zeitweilig. Wegen des Todes einer Cousine war der Spanier am Freitagmorgen in die Heimat gereist, die Leitung des Abschlusstrainings lag in den Händen von Domenec Torrent. Am Abend wurde Guardiola zurück in München erwartet. Er soll am Samstag beim Spiel wieder dabei sein.

Gegen die Berliner dürfte der katalanischen Starcoach mit seiner Mannschaft wieder auf ein mauerndes Team treffen. Hertha will beim Rekordmeister „extrem defensiv“ antreten, „das ist einzige Weg“, verriet Pal Dardai, Trainer des überraschenden Tabellenvierten. „Es wäre ein großer Witz, würde ich erzählen, wir gehen da offensiv rein.“ Zu „99 Prozent“ muss Hertha ohne den ehemaligen Münchner Mitchell Weiser antreten

Als die Hertha zuletzt ein Spiel beim FC Bayern gewinnen konnte, war von den aktuellen Bayern-Spielern noch niemand auf der Welt. Am 29. Oktober 1977 setzte sich die „Alte Dame“ mit 2:0 im Olympiastadion durch. „Ich will nicht irgendwelche überclevere Dinge loslassen“, sagte Dardai: „Wir werden versuchen, an unsere Leistungsgrenze zu gehen. Wir sind vorbereitet und werden mit Spaß dahin reisen.“

Der Spaß verging den Gegnern in der Allianz Arena aber meistens schnell. In den vergangenen sieben Pflichtspielen in Bundesliga und Champions League erzielte der deutsche Meister bei seinen Siegen jeweils mindestens vier Tore - Schützenfeste sind längst Münchner Alltag. „Ich denke, dass die ganze Offensivabteilung dieses Jahr gut unterwegs ist, was die Tore angeht“, lobte der zwölfmalige Liga-Saisontorschütze Thomas Müller.

Torfeste erwarte man selbst aber keine, erklärte Abwehrchef Jérôme Boateng, der am Tag vor dem Spiel anstelle von Guardiola in die Pressekonferenz kam. „Wir wollen einfach guten Fußball spielen und erfolgreich sein, wir wollen möglichst schöne Spiele bieten“, sagte der Weltmeister. Die greifbare Herbstmeisterschaft sei dabei in der Kabine kein Thema. „Es geht wieder um drei Punkte, die wollen wir wieder gewinnen“, betonte Kapitän Philipp Lahm. „So geht es bis Weihnachten weiter.“

dpa

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