Einstige Rivalen trennen 31 Punkte

Herr Watzke, hat der FC Bayern den BVB zerstört?

+
Hans-Joachim Watzke bei einer Pressekonferenz.

Dortmund - Dortmund hat vor dem Topspiel am Samstag 31 Punkte Rückstand auf den FC Bayern. Stellt sich die Frage: Hatte BVB-Boss Watzke mit seiner "Zerstörungstheorie" recht? 

Anfang 2014 ließ Hans-Joachim Watzke aufhorchen. Damals warf er dem FC Bayern vor Dortmund als Rivalen "zerstören" zu wollen. Hintergrund waren die Transfers von Mario Götze und Robert Lewandowski an die Isar. Mehr als ein Jahr später, am Tag des Topspiels BVB vs. FCB in Dortmund, trennen die beiden ehemaligen Konkurrenten im Kampf um die Deutsche Meisterschaft ganze 31 Punkte. Hatte der BVB-Boss damals also Recht? Haben die Bayern den BVB mit ihrer Einkaufspolitik zerstört?

Hans-Joachim Watzke dazu im Interview mit der Bild: "Wir fühlen uns sehr lebendig. Ich hatte meine Aussage übrigens ausschließlich auf unsere damaliges Team bezogen, nicht auf den Club." Und weiter: Wir haben „immer noch mit ganz, ganz großem Abstand die zweitmeisten Fans in Deutschland. Wir haben immer noch die meisten Zuschauer. Wir sind bei jedem Auswärtsspiel überbucht. Und selbst, als wir Liga-Letzter waren, hatten wir die skurrile Situation, dass unsere Spieler weiter von den besten Klubs Europas gejagt wurden. Wir sind nicht zerstört. Wir fühlen uns sehr lebendig.“

"Mats Hummels kennt die vertragliche Situation"

Die Zukunft von Mats Hummels beim BVB ließ Watzke unterdessen offen. Borussia Dortmund wird auch in der kommenden Saison eine „sehr starke Mannschaft“ haben, unabhängig davon, ob Weltmeister Mats Hummels den Verein möglicherweise im Sommer verlässt. „Wir haben beim BVB doch die Situation, dass wir jedes Jahr einen großen Leistungsträger verloren haben“, sagte der 55-Jährige: „Und wir haben immer noch nicht aufgehört, Fußball zu spielen.“

Die Entscheidung darüber, wo Hummels in der nächsten Saison spielt, „die geht natürlich nur über den BVB“, betonte Watzke: „Mats Hummels kennt die vertragliche Situation.“ Beim Thema Ilkay Gündogan rechnet der BVB-Chef dagegen „zeitnah mit einer Entscheidung, die ist aber noch nicht gefallen“. Der lange verletzte Mittelfeldspieler hat seinen bis Sommer 2016 laufenden Vertrag mit der Borussia bislang nicht verlängert.

BVB weiter mit Klopp

Sicher ist laut Watzke aber bereits, dass Trainer Jürgen Klopp weiterhin auf der BVB-Bank sitzen wird. „Für mich ist Stand jetzt völlig klar, dass Klopp auch in der nächsten Saison unser Trainer ist“, sagte er. Es sei in der „Gesamt-Abwägung einfach so, dass es die absolut richtige Entscheidung ist, mit Jürgen Klopp auch ins achte BVB-Jahr zu gehen“.

Dass dem Verein möglicherweise eine Saison ohne europäischen Wettbewerb droht, sieht Watzke sehr entspannt. „Dann würden wir natürlich abspecken, denn unser Kader wäre für ein Jahr ohne internationale Teilnahme zu groß“, sagte er: „Aber unser Team-Budget wäre dann immer noch viel höher als in den Meister-Jahren. Niemand muss sich Sorgen oder Hoffnungen machen.“

Zudem sieht Watzke nach wie vor die Chance, auch in der nächsten Spielzeit in Europa dabeizusein: „Noch schauen wir vor allem nach unten, können aber auch ganz leicht Richtung Europa schielen, noch sind wir zudem im Pokal.“ Selbst eine Teilnahme an der Europa League würde „uns sicherlich Einnahmen von 30 Millionen Euro bringen. Ohne, dass wir ins Viertel- oder Halbfinale kommen müssten“.

ole/sid

Kommentare

Meistgelesen

1860-Investor lässt Eichin rauswerfen - und attackiert Hoeneß
1860-Investor lässt Eichin rauswerfen - und attackiert Hoeneß
Schmutzige Geldgeschäfte von Ronaldo, Özil und Co. enthüllt
Schmutzige Geldgeschäfte von Ronaldo, Özil und Co. enthüllt
BVB: "Sahnehäubchen" Gruppensieg - oder lieber nicht?
BVB: "Sahnehäubchen" Gruppensieg - oder lieber nicht?
Borussia Dortmund: „Ein Geschenk für die Augen“
Borussia Dortmund: „Ein Geschenk für die Augen“
FC Bayern besiegt Atlético Madrid dank Lewandowski
FC Bayern besiegt Atlético Madrid dank Lewandowski