BVB-Boss Watzke vor dem Duell gegen Bayern

Bayern gegen BVB: "Relativ ungleiche Voraussetzungen"

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Am Sonntag ist es wieder soweit, das Gipfeltreffen im deutschen Fußball steht an: Der FC Bayern empfängt Borussia Dortmund.

Thessaloniki - Borussia Dortmund wehrt sich gegen den Begriff Bayern-Jäger. Dem Auftritt im Bundesliga-Gipfel am Sonntag in München sieht der Tabellenzweite deshalb entspannt entgegen.

Schnell war die Europa League abgehakt, da gab es nur noch ein Thema: den Bundesliga-Gipfel. Borussia Dortmund beim FC Bayern, Thomas Tuchel gegen Pep Guardiola, das Baller-Duell zwischen Pierre-Emerick Aubameyang und Robert Lewandowski. Fußball-Deutschland hofft auf einen Ausrutscher der Über-Bayern.

Der Top-Hit am Sonntag (17.30 Uhr/Sky) drängte das 1:1 (0:1) des BVB bei PAOK Saloniki sofort in den Hintergrund. Der Rekordmeister kann ein Signal in Richtung des historischen vierten Titels in Serie setzen, Dortmund gleichzeitig schon den Anschluss zum Erzrivalen verlieren.

Gerade drei Tage bleiben dem BVB zur Vorbereitung, der Rekordmeister hat nach seinem Champions-League-Auftritt am Dienstag fünf. „Relativ ungleiche Voraussetzungen“, kritisierte BVB-Boss Hans-Joachim Watzke. Als Konsequenz verzichtete Trainer Tuchel beim Griechenland-Trip auf fünf Leistungsträger.

Tuchel freut sich auf das Duell mit Guardiola

Aus seiner Vorfreude auf das Duell der beiden offensivstärksten Mannschaften der Liga und seinem großen Trainer-Vorbild Pep Guardiola, dessen Fußball-Philosophie allenfalls in Nuancen abweicht, machte er gleichwohl kein Hehl. „Aber dennoch geht es nur um drei Punkte für uns“, sagte der 42-Jährige.

Tuchel hätte nichts dagegen, wenn es recht lange eng an der Tabellenspitze bliebe. Die Mannschaft, weiß er, wolle das Spiel unbedingt gewinnen. „Auf dieses Spiel freut sich ganz Deutschland. Es wird ein absolutes Spitzenspiel. Wir wissen, dass Dortmund in dieser Saison wieder sehr stark ist“, bestätigte Nationalspieler Jerome Boateng.

Der neutrale Fan wünscht sich ohnehin wieder ein spannendes Titelrennen. „Und dabei setzen eben viele ihre Hoffnung in uns“, so BVB-Sportdirektor Michael Zorc jüngst im kicker. Denn mit einem Sieg könnten die Westfalen den Abstand auf einen Punkt verkürzen - zumindest vorübergehend, denn „auf der Strecke von 34 Spieltagen kann zurzeit keiner in Deutschland - und wahrscheinlich auch keiner in Europa - dieser unfassbaren Qualität Paroli bieten“, stellte Watzke klar.

Hitzfeld: "Wenn nicht Dortmund, wer dann?"

Zwar hat sich der BVB nach seiner Seuchensaison wieder stabilisiert, ist in den bisherigen 14 Pflichtspielen ungeschlagen, kam jedoch zuletzt nicht über drei Unentschieden in Hoffenheim (1: 1), gegen Darmstadt (2:2) und am Donnerstag mit einer B-Elf in Saloniki hinaus. Zeit also, den Kurs wieder zu korrigieren.

„Ich hoffe jedenfalls, dass es ein spannendes Spiel wird. Ich bin gespannt ob es Dortmund schafft, die Erwartungen zu bestätigen, wieder die angehende zweite Kraft in Deutschland zu sein. Wenn nicht der BVB, wer soll denn dann die Bayern besiegen?“, sagte der ehemalige Dortmunder und Münchner Meistercoach Ottmar Hitzfeld dem SID. Für die Spannung, so der 66-Jährige weiter, wäre es nicht gut, wenn Bayern am Sonntagabend sieben Punkte vor Dortmund wäre. Die Meisterschaft sei aber sicher nicht entschieden.

Die Tatsache, dass der BVB Platz zwei ausgerechnet an Schalke 04 verlieren könnte, birgt zusätzliche Brisanz. Wie auch immer, „eine Vorentscheidung wäre es noch nicht, aber ein guter Vorsprung für uns, mit dem man gut Richtung Weihnachten gehen könnte“, sagte Bayerns Nationalspieler Thomas Müller.

Die Münchner sinnen zudem auf Revanche für das unglückliche Aus im Elfmeterschießen des Pokal-Halbfinales der letzten Saison. Und sie wissen, dass sie gegen keine Mannschaft mehr Heimspiele verloren haben, als gegen den BVB (9). Andererseits könnten die Bayern ihren eigenen Startrekord aus dem Jahr 2012/13 mit acht Siegen einstellen.

Torjäger Lewandowski, einst vier Jahre beim BVB (2010 bis 2014) würde seinen Lauf dabei gerne fortsetzen. „Der BVB spielt sehr, sehr gut. Das wird ein wichtiges Spiel für uns. Da müssen wir Gas geben von der ersten bis zur 90. Minute.“

SID

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