"Boys in Green" qualifizieren sich

EM-Qualifikation: Irland besiegt Play-off-Fluch

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Irland freut sich über die Teilnahme an der EM 2016 in Frankreich.

Dublin - Die irische Fußball-Nationalmannschaft sichert sich das drittletzte Ticket für die EM-Endrunde in Frankreich. Durch das 2:0 im Rückspiel gegen Bosnien-Herzegowina besiegen die Iren auch ihr eigenes Play-off-Trauma.

Spätestens als Zeugwart Dick Redmond im Superman-Kostüm die Kabine stürmte, erreichte die Party der irischen Fußball-Helden ihren vorläufigen Höhepunkt. Mit Champagnerduschen, traditionellem irischem Liedgut und der unmissverständlichen Botschaft „Frankreich wir kommen“ auf den Sieger-Shirts feierten die „Boys in Green“ nach dem 2:0 (1:0) im Play-off-Rückspiel gegen Bosnien-Herzegowina die Qualifikation für die EM 2016.

„Auf dem Platz stand heute eine ganze Mannschaft aus Helden“, sagte Torjäger Jonathan Walters, der mit seinen beiden Treffern (24., Handelfmeter/70.) selbst der gefeierte Matchwinner war. Die Boulevardzeitung Irish Sun erklärte den Doppeltorschützen am Tag danach prompt zum „Nationalheiligtum“ und auf seiner Wikipedia-Seite war zumindest vorübergehend sogar zu lesen: „Jonathan Walters ist ein irischer Fußball-Profi und ein Gott unter Menschen.“

Der Triumph gegen die insgesamt zu harmlosen Bosnier um die Bundesliga-Profis Vedad Ibisevic, Emir Spahic und Sead Kolasinac war für die Iren zudem auch ein Sieg über das eigene Trauma. Schon siebenmal musste die „Green Army“ vor großen Turnieren in die Relegation, nur zweimal hatte sie dabei das bessere Ende für sich. Unvergessen ist vor allem das bittere Aus im Play-off-Duell mit Frankreich vor der WM 2010, als William Gallas Irland um den verdienten Lohn brachte. Dem Treffer war ein Handspiel von Thierry Henry vorausgegangen.

Co-Trainer Roy Keane als Erfolgsgarant

„Die Boys in Green geben Irlands Fans den Glauben zurück“, titelte die Irish Independent nach dem Erfolg gegen Bosnien wohl nicht ohne Genugtuung. Denn diesmal hatte Irland das Glück durchaus auf seiner Seite. Vor allem beim ziemlich schmeichelhaften Handelfmeter, den Walters zum Führungstreffer nutzte. „Natürlich war die Entscheidung etwas glücklich, aber das haben wir uns verdient“, sagte Abwehrspieler John O'Shea.

Selbst Irlands Co-Trainer Roy Keane, sonst eher als grimmiger Zeitgenosse bekannt, wich das Grinsen nach dem Triumph von Dublin kaum mehr aus dem Gesicht. Der früher als Mittelfeldabräumer und Raubein gefürchtete Assistenz-Coach gilt als wichtiger Faktor für den Erfolg der irischen Mannschaft. „Roy dazuzuholen, war die beste Entscheidung, die ich getroffen habe“, sagte Nationaltrainer Martin O'Neill nach dem Spiel: „Er ist eine Ikone - manchmal polarisierend, aber in der Kabine eine absolute Führungsfigur.“

Für Keane schließt sich mit der erfolgreichen Qualifikation ein Kreis. 2001 hatte er die irische Nationalmannschaft als Kapitän zum Sieg in den Play-offs gegen den Iran geführt. Die WM 2002 verpasste er allerdings trotzdem, weil er im Vorbereitungs-Trainingslager in Saipan einen Streit mit dem damaligen Trainer Mick McCarthy und dem irischen Fußball-Verband vom Zaun brach. „So lange wir nicht wieder nach Saipan gehen, sollte diesmal aber alles gut gehen“, sagte der 44-Jährige mit einem Augenzwinkern.

SID

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