Superstars mit Dreierpack

EM-Quali: Ronaldo und Lewandowski top

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Cristiano Ronaldo bejubelt einen seiner drei Treffer und grüßt danach auf seine typische Art das armenische Publikum, das ihn zuvor ausgepfiffen hatte.

Eriwan - In der deutschen Gruppe bleibt Polen nach dem Rekord-Hattrick von Robert Lewandowski nach dem 4:0 gegen Georgien Tabellenführer, Portugal gewann dank eines Dreierpacks von Cristiano Ronaldo.

Robert Lewandowski musste nach seinem Rekord-Hattrick noch einmal nachfragen, für Cristiano Ronaldo war der x-te Dreierpack ganz selbstverständlich „spektakulär“: Beim Wettschießen in der EM-Qualifikation war der polnische Bayern-Star schneller als der Weltfußballer, der ungleich selbstbewusstere Portugiese erzielte allerdings die wichtigeren Tore.

„Waren es vier Minuten?“, wollte Lewandowski nach dem 4:0 der Polen gegen Georgien von einem Reporter wissen. Ja, die drei Treffer des 26-Jährigen in der turbulenten Schlussphase (89./90. +1/90.+3) waren der schnellste Hattrick in der Geschichte der EM-Qualifikation. Und natürlich „der schnellste in meiner Karriere“, wie der Bayern-Stürmer feststellte.

Zudem zog er mit nun 26 Länderspieltoren an Zbigniew Boniek (24), Starspieler der 80er und jetzt Verbandspräsident, vorbei. Noch wichtiger war allerdings, dass Polen die Tabellenführung in der Gruppe D vor Weltmeister Deutschland behauptete und die EM 2016 in Frankreich schon ganz nahe ist.

Auf eine knappe halbe Stunde verteilte Ronaldo seine drei Tore bei Portugals 3:2 in Armenien. Während für Lewandowski der dritte Hattrick der Profikarriere und der erste in der Nationalmannschaft etwas Außergewöhnliches war, sind Dreierpacks des Weltfußballers Ronaldo längst alltäglich. Acht verbuchte der 30-Jährige allein in dieser Saison mit Real Madrid, den dritten in der Selecao empfand er dennoch als „außergewöhnlichen Moment“. Ohne ihre „Tor-Maschine“, so Teamkollege Nani, hätten die Portugiesen in der Gruppe I Platz eins an Dänemark verloren.

Über dem Wettschießen der Stars in der EM-Qualifikation, an der sich auch Andre Schürrle beim deutschen 7:0 gegen Gibraltar mit einem Dreierpack beteiligte, liegt allerdings der Schatten eines Nazi-Skandals. In Split hatten kroatische Fans vor dem 1:1 gegen Italien am Freitag den Rasen so präpariert, dass sich darauf ein viele Meter großes Hakenkreuz abzeichnete. Dennoch wurde das Spiel angepfiffen und live im TV in alle Welt übertragen.

Verbandspräsident Davor Suker war wütend. „Wir haben Probleme mit unseren Fans. Sie respektieren keine Regeln“, sagte der ehemalige Weltklassestürmer und WM-Torschützenkönig von 1998. Kroatien droht nun eine drakonische Strafe. Das Spiel gegen die Azzurri hatte bereits vor leeren Rängen stattgefunden - die Strafe für rassistische Auswüchse der Fans Ende März beim 5:1 gegen Norwegen.

Sportgeschichte schrieb am Samstag Lewandowski. Fast 90 Minuten lang hatte sich sein Team gegen Georgien gequält, trotz mehrerer guter Chancen lediglich ein Tor durch den Ex-Leverkusener Arkadiusz Milik (62.) erzielt.

Dann begann die Show des Kapitäns. „Es hat sich für uns und für die Fans gelohnt, bis zur letzten Minute zu warten“, sagte Lewandowski, der Robbie Keane als Rekordhalter ablöste. Der Ire hatte am 10. Oktober 2014 beim 7:0 gegen Gibraltar zwölf Minuten für den bis Samstag schnellsten Hattrick in der EM-Qualifikation benötigt. Noch schneller als Lewandowski war 1999 der Türke Arif Erdem, der gegen Nordirland in drei Minuten dreimal traf - allerdings mit der Halbzeitpause dazwischen.

Ganz unten ist der frühere Europameister Griechenland. Nach dem 1:2 auf den Färöern liegt der Titelträger von 2004 auf dem letzten Platz der Gruppe F. „Nationale Erniedrigung“ titelte die Zeitung To Proto Thema nach der erneuten Schmach gegen den Außenseiter.

sid

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