Überraschungen möglich

EM-Quali gegen Polen und Schotten: Can darf hoffen

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Emre Can.

Köln - Am Freitag gibt Bundestrainer Joachim Löw sein Aufgebot für die wichtigen EM-Qualifikationsspiele gegen Polen und Schottland bekannt. Überraschungen sind diesmal möglich.

Neuer Hoffnungsträger wie Emre Can, alte Bekannte wie Marcel Schmelzer oder Marc-Andre ter Stegen sowie möglicherweise eine faustdicke Überraschung: Für die ersten Länderspiele der deutschen Nationalmannschaft im heißen Herbst wird Bundestrainer Joachim Löw am Freitag bei der Bekanntgabe seines Kaders wohl einige Profis aus dem Hut zaubern, die vor der Sommerpause noch keine Rolle gespielt haben.

Als sicher gilt, dass der Bundestrainer für die beiden richtungweisenden EM-Qualifikationsspiele gegen Polen am 4. September in Frankfurt und drei Tage später in Glasgow gegen Schottland (beide 20.45 Uhr/RTL) einen neuen dritten Torwart einlädt. Die Wahl dürfte zwischen dem Leverkusener Bernd Leno und Marc-Andre ter Stegen von Champions-League-Sieger FC Barcelona fallen. Der bei Borussia Dortmund ins zweite Glied gerückte Oldie Roman Weidenfeller (35) ist außen vor.

Große Hoffnung auf seine erste Einladung zur A-Nationalmannschaft kann sich Emre Can machen. Löw hält große Stücke auf den 21-Jährigen, der in der Premier League beim FC Liverpool im zentralen Mittelfeld zum Stammspieler avanciert ist; in der vergangenen Saison agierte Can vornehmlich als Außenverteidiger bei den Reds. Löw beobachtete den Ex-Bayern am Montagabend im Topspiel der Premier League beim FC Arsenal (0:0) vor Ort.

Vor einer Rückkehr ins DFB-Team stehen Marcel Schmelzer und Lars Bender, die im vergangenen Jahr den Sprung auf den WM-Zug verpasst hatten. In dieser Saison hat sich Linksverteidiger Schmelzer mit starken Leistungen für Borussia Dortmund wieder ins Blickfeld von Löw gespielt. Der neue Leverkusener Kapitän Bender überzeugte nicht zuletzt am Mittwoch beim 3:0 gegen Lazio Rom in der Champions-League-Qualifikation.

Eine Kandidat für den Abwehrverbund ist weiterhin der Hoffenheimer Sebastian Rudy, den Löw am vergangenen Samstag ebenso wie 1899-Stürmer Kevin Volland noch einmal unter die Lupe genommen hat. Auch eine Rückkehr des Schalkes Dennis Aogo von Schalke 04 steht zur Debatte, wie Löw in der Sport Bild andeutete.

Für den Angriff ist erneut Volland eine Option, der mit seinem Blitztor gegen Bayern München Eigenwerbung betrieb. Weitere Kandidaten für den Sturm sind neben dem gesetzten Thomas Müller WM-Held Mario Götze und der Wolfsburger Zugang Max Kruse. Ehrenspielführer Lothar Matthäus brachte zuletzt auch den Stuttgarter Daniel Ginczek ins Gespräch: „Für mich ist er ein Stürmer, der zu Höherem berufen ist“.

Keine Rolle dürfte einmal mehr Mario Gomez spielen, der auch nach seinem Wechsel zu Besiktas Istanbul schlechte Karten hat. Das gilt wohl auch für Lukas Podolski, dem Löw nach dessen Transfer zu Galatasaray vermutlich eine Denkpause verordnet.

Ähnliches gilt für Daniel Caligiuri vom VfL Wolfsburg, dessen Name Sportchef Klaus Allofs in den Ring geworfen hat. In Lahm hat ein weiterer Ex-Kapitän Löw einen Spieler ans Herz gelegt. „Rafinha in der deutschen Nationalmannschaft wäre für mich definitiv denkbar. Warum sollte so ein Mann keine Option für Löw sein?“, sagte Lahm über seinen Teamkollegen vom FC Bayern. Der 29-jährige Brasilianer hat die deutsche Staatsbürgerschaft beantragt, ist aktuell aber noch kein großes Thema. Verletzungsbedingt fehlen werden Löw die WM-Champions Sami Khedira, Benedikt Höwedes, Erik Durm und Antonio Rüdiger.

sid

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