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Pogba und Griezmann: Frankreich und seine Krisen-Stars

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Paul Pogba (l.) und Antoine Griezmann (M.) stehen bei Frankreich unter Druck.

Paris - Von Hoffnungsträgern zu Problemfällen: Paul Pogba und Antoine Griezmann enttäuschten beim EM-Auftakt der Franzosen und stehen nun noch mehr unter Druck.

Antoine Griezmann kniet auf dem Rasen, den Kopf gesenkt, das Gesicht schwer gezeichnet. "Zweifel an Griezmann", schrieb die L'Equipe unter dem Bild auf Seite eins. Frankreich ist in ernsthafter Sorge um seinen Torjäger - aber auch um seinen 100-Millionen-Mann Paul Pogba. Das Duo soll die Grande Nation zum vierten großen Titel führen, steht aber nach dem zähen EM-Auftakt gegen Rumänien (2:1) in der Kritik und (noch) klar im Schatten des neuen Volkshelden Dimitri Payet.

Pogba und Griezmann müssen nun liefern. Trainer Didier Deschamps erhöhte vor dem zweiten EM-Auftritt des Gastgebers am Mittwoch (21.00 Uhr/ARD) in Marseille gegen Albanien den Druck auf seine beiden Stars. "Für mich zählt nur die Leistung. Sie haben keine Garantie auf einen Stammplatz", betonte der Welt-und Europameister.

Medien gehen hart ins Gericht

Keinen Stammplatz? Pogba und Griezmann? Das wäre in etwa so, als ob Bundestrainer Joachim Löw bei den deutschen Weltmeistern Jerome Boateng und Toni Kroos infrage stellen würde.

Hoffnungsträger Pogba von Juventus Turin scheint seinen Frust über einen enttäuschenden Auftritt am Freitagabend aber schnell verwunden zu haben. Beim Familientag im französischen Quartier am Wochenende zeigte sich der 23-Jährige bei Twitter bestens gelaunt auf einem kurzen Video mit seiner tanzenden "Mama Swag" Yeo Moriba. Als wolle er noch einmal aller Welt beweisen: Ich bin weiter völlig entspannt.

Dabei sind Zweifel durchaus angebracht. Der 23-Jährige trage einen schweren Rucksack mit sich herum, kritisierten die Medien. "Er will alles gut machen, aber manchmal auch zu gut", sagte Deschamps. "Marktwert und wirklicher Einfluss" seien nicht im Einklang, schrieb L'Equipe: "Er gehört zwar zu den fünf teuersten Fußballern, aber nicht zu den fünf besten." Auch Griezmann sei als Anführer vorgesehen gewesen, "und er hat wenig gebracht".

Griezmann macht müden Eindruck

Der kleine Stürmer von Atlético Madrid machte zum EM-Start nach einer langen Saison in der Tat einen müden Eindruck. Immerhin hatte der 25-Jährige in der Champions League die meisten Kilometer zurückgelegt. Doch Griezmann ließ die Kritik an sich abprallen. Er sei in "Topform", betonte er. Nach dem verlorenen Finale in der Königsklasse gegen Real habe er sich zwei Tage kaputt gefühlt, "aber ich habe genug Zeit gehabt, mich zu erholen".

Frankreichs Mentaltrainer Charles de Bris sieht aber ein mögliches Kopfproblem: "Er war in einer Dynamik, die nur von Erfolg geprägt war. Die Niederlage im Finale hat ihn vielleicht ein bisschen blockiert."

Pogba-Zukunft ein Dauerthema

Bei Pogba könnten es die ständigen Gerüchte um seine Zukunft sein, die hemmend wirken. Einige englische Topklubs haben Interesse, Pogbas Agent Mino Raiola soll aber auch schon Gespräche mit Real Madrid führen. "Jeder will Pogba, er ist ein Riesentalent", sagte Real-Trainer Zinedine Zidane unlängst.

Doch der kantige Mittelfeldspieler mit den auffälligen Frisuren muss erst noch den Beweis antreten, dass er ein ganz Großer ist und einem Turnier seinen Stempel aufdrücken kann. Die Erwartungen in Frankreich sind hoch. Gegen Albanien müssen Pogba und Griezmann viel mehr zeigen.

Alle Entwicklungen des Tages lesen Sie in unserem EM-News-Blog vom Dienstag.

sid

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