Doppelpack: Neuer Vertrag beflügelt Gladbachs Herrmann

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Gladbachs Patrick Herrmann (r) erzielt gegen Hoffenheim das Tor zum 4:1. Foto: Uwe Anspach

Zum ersten Mal landet Borussia Mönchengladbach einen Bundesligasieg bei 1899 Hoffenheim. Beim souveränen 4:1 trumpfen vor allem Patrick Herrmann und Max Kruse groß auf.

Sinsheim (dpa) - Eine frühzeitige Auswechslung finden Fußball-Profis in der Regel gar nicht lustig. Doch Patrick Herrmann verließ den Rasen am Samstag nach 66 Minuten mit einem breitem Lächeln und ließ sich von den Fans feiern.

Mit seinem dritten Saison-Doppelpack hatte der 24-Jährige Offensivspieler großen Anteil am 4:1 (3:1)-Sieg von Borussia Mönchengladbach gegen 1899 Hoffenheim und dem Ende des Auswärtsfluches beim Angstgegner. "Es kann nicht viel besser laufen", stellte er danach zufrieden fest.

Drei Tage nach seiner Vertragsverlängerung bis 2019 drehte Herrmann bei der Gala-Vorstellung im Kraichgau so richtig auf. "Ich fühle mich wohl in Gladbach. Es ist gut, dass ich den Vertrag verlängert habe", erklärte er. "Da wird man im Kopf etwas freier, weil man weiß, was die nächsten Jahre bringen, und bringt mehr Leistung."

Sportdirektor Max Eberl war die Freude über Herrmanns Doppelschlag in der 31. und 51. Minute deutlich anzusehen. "Dass er getroffen hat ist schön für Patrick und schön für uns", befand Eberl. "Es ist ein guter Weg, den wir gehen. Es macht viel Freude",

Mit zehn Toren ist Herrmann der erfolgreichste Schütze der Borussia, die als Tabellendritter Kurs auf den direkten Einzug in die Champions League hält. "Es sieht gut aus. Wir haben es selbst in der Hand", stellte Herrmann fest. Den letzten Auftritt der "Fohlen" in der europäischen Königsklasse kennt er nur aus Erzählungen, liegt der doch schon 37 Jahre zurück. "Wenn wir weiter so spielen, könnte es etwas werden", meinte er.

Fast hätte Herrmann sogar den ersten Dreierpack seiner Karriere gelandet. Doch Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer pfiff ihm beim Stande von 0:1 ein Tor weg und entschied auf Elfmeter. "Er hat während des Spiels gesagt, dass er etwas zu früh gepfiffen hat", berichtete der verhinderte Torschütze.

Max Kruse (26.) verwandelte den Strafstoß und egalisierte damit den Rückstand durch Sven Schipplock (17.). "Patrick hat sich ein bisschen geärgert, dass der Elfmeter gepfiffen wurde, ich habe mich ein bisschen gefreut", meinte er nach seinem achten Saisontor augenzwinkernd.

Beim Gladbacher Offensivfestival avancierte der Stürmer mit zwei Assists, unter anderem zum 3:1 durch Raffael (36.), zum zweiten herausragenden Protagonisten. "Es war ein perfekter Tag. Wir haben heute sehr guten Fußball gespielt. Die Laufwege waren optimal, in der Offensive wie in der Defensive", bilanzierte Kruse.

Wie alle Borussen ist er heiß auf die Champions League. "Wir stehen zu Recht da oben, denn wir haben unsere Punkte nicht geschenkt bekommen. Das war heute ein ganz deutliches Signal, dass wir uns da oben nicht mehr verdrängen lassen wollen", sagte Kruse.

Zunächst winkt aber das Halbfinale im DFB-Pokal. Dafür muss am Mittwoch ein Sieg beim Drittligisten Arminia Bielefeld her. "Wir müssen die Favoritenrolle annehmen, klaren Kopf bewahren und Gas geben", forderte Herrmann.

Gladbacher Statistik in UEFA-Wettbewerben

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