DFB-Spitze berät in Paris über Krisenbewältigung

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Helmut Sandrock soll bereits länger über das hochbrisante Beckenbauer-Papier informiert gewesen sein. Foto: Bernd Thissen

Die Vorfreude auf den EM-Test der deutschen Nationalmannschaft in Frankreich hält sich in der DFB-Spitze in Grenzen. Der WM-Skandal bestimmt das Tagesgeschäft beim Deutschen Fußball-Bund. In Paris dürften die Verbandsführer das weitere Vorgehen beraten.

Update vom 13. November 2015: Shkodran Mustafi und Benedikt Höwedes haben gute Chancen, im Kader für die Fußball-EM 2016 in Frankreich zu landen. Welche Namen noch gehandelt werden, lesen Sie hier.

Paris (dpa) - Die Krisen-Manager des Deutschen Fußball-Bunds haben am Freitag einen Ortstermin im EM-Endspielort Paris.

Noch vor dem Test-Länderspiel der deutschen Nationalmannschaft in Frankreich dürfte die amtierende DFB-Spitze die nächsten Beratungen über die weiteren Schritte zur Bewältigung des WM-Skandals führen. Es wird erwartet, dass Ligapräsident Reinhard Rauball und Rainer Koch, die den Verband interimsweise führen, sowie DFB-Schatzmeister Reinhard Grindel und Generalsekretär Helmut Sandrock vor der Partie über das weitere Vorgehen entscheiden.

Sandrock allerdings geht angeschlagen in die nächsten Etappen auf dem Weg zu einer Neuaufstellung des DFB. Neben dem zurückgetretenen DFB-Präsidenten Wolfgang Niersbach soll auch Sandrock bereits länger über das hochbrisante Beckenbauer-Papier informiert gewesen sein, berichtet die "Süddeutsche Zeitung". Das vom damaligen WM-Bewerbungschef Franz Beckenbauer unterzeichnete Dokument zu einem schmutzigen Deal mit dem korrupten FIFA-Vize Jack Warner ist demnach vor einiger Zeit von Sandrocks Stellvertreter Stefan Hans gefunden worden. Danach will dieser Niersbach und Sandrock informiert haben.

Der DFB nahm zu den jüngsten Vorwürfen von "SZ" und "Spiegel", der ebenfalls berichtete, Niersbach habe früher von dem dubiosen Vertrag Kenntnis gehabt, zunächst keine Stellung. Unruhe bringt auch der verbandsinterne Dissens über die Nachfolgeregelung für Niersbach. Die Amateurvertreter scheinen den CDU-Bundestagsabgeordneten Grindel zu favorisieren und eine schnelle Neuwahl noch vor der EM 2016 anzustreben. Das von Borussia Dortmunds Vereinschef Rauball angeführte Profilager sperrt sich gegen einen Schnellschuss.

Zum Konflikt könnte es auch über die Frage nach den Strukturen rund um den neuen Präsidenten kommen. Viele Stimmen fordern künftig einen hauptamtlichen DFB-Boss, Traditionalisten wollen hingegen am Ehrenamt festhalten. Dazu drängt die Profiseite auf weitere Umbauten im Verband, die aber Zeit benötigen würden. Ob die Krisenrunde angesichts der großen Baustellen schon am Freitag in Paris zu Ergebnissen und Zeitplänen kommt, ist daher völlig offen.

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