VfL siegt im Pokal-Finale gegen BVB

Wolfsburg hat den Pott - Klopp-Abschied verdorben

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Wolfsburg drehte nach Dortmunds früher Führung das Spiel.

Berlin - Wolfsburg ist erstmals DFB-Pokalsieger. Gegen Borussia Dortmund feiert der VfL den größten Erfolg seit der Meisterschaft vor sechs Jahren. Der BVB bleibt ohne Titel - der so erhoffte Cup-Coup zum Klopp-Abschied klappt nicht.

Dieter Hecking stürmte auf den Platz und jubelte mit seinen Wolfsburger Profis, Jürgen Klopp blieb nur die Rolle des traurigen Verlierers: Mit seinem ersten DFB-Pokalsieg ist der VfL Wolfsburg endgültig die neue Nummer zwei im deutschen Fußball und hat die Abschiedsparty von Borussia Dortmunds Trainer Klopp verdorben. Beim 3:1 (3:1) am Samstag im ausverkaufen Berliner Olympiastadion erteilte der deutsche Fußball-Vizemeister in einem mitreißenden Finale dem BVB eine Lehrstunde in Sachen Effektivität.

„Ich bin einfach stolz auf meine Mannschaft“, sagte Hecking, nachdem Kapitän Diego Benaglio um 22.15 Uhr den goldenen Pokal von Bundespräsident Joachim Gauck bekommen hatte. „Das ist die Arbeit von Dieter Hecking“, lobte Manager Klaus Allofs.

Löw: Wolfsburg hat verdient gewonnen

Nach einem frühen 0:1-Rückstand durch Pierre-Emerick Aubameyang in der fünften Minute wendeten Luiz Gustavo (22.), Kevin De Bruyne (33.) und Bas Dost (38.) binnen 16 Minuten das Blatt. „Ich glaube, sie haben es verdient“, betonte Bundestrainer Joachim Löw. „Sie waren die ersten zehn Minuten etwas verunsichert“, danach sei der VfL aber die bessere Mannschaft gewesen. Für die Wolfsburger ist es der größte Erfolg seit dem Meisterschaftstriumph 2009, für Hecking der erste Titel in seiner Trainer-Laufbahn. Klopp muss dagegen den BVB ohne die erhoffte Sieger-Party auf dem Borsigplatz in Dortmund verlassen.

„Wir haben vieles richtig gemacht, aber wir hatten bei unseren Aktionen gar kein Glück. Ich gönne es Dieter Hecking und dem VfL Wolfsburg, sie haben verdient gewonnen. Aber für uns war die Niederlage unnötig", analysierte Klopp nach dem Schlusspfiff.

Dabei sah es vor 75.815 Zuschauern zunächst so gut aus für den dreimaligen Pokalsieger aus Westfalen: Nach einem etwas nervösen Start flankte Shinji Kagawa von der rechten Seite in den Strafraum, mit dem Rücken zum Tor nahm Aubameyang den Ball volley zum 1:0 für den BVB. Angefeuert und angetrieben von der deutlichen Mehrheit unter den Fans kontrollierte der BVB um Regisseur Ilkay Gündogan bei dessen letztem Spiel im Dortmunder Dress und Sebastian Kehl bei dessen letztem rund 67-minütigen Profi-Auftritt überhaupt das Geschehen.

Langerak mit Problemen

Die Wolfsburger wirkten fast gehemmt, spielten zu verhalten. Nur mit Glück gerieten sie nach 18 Minuten nicht mit weiter in Rückstand: Marco Reus zielte nach erneuter Kagawa-Vorlage aber weit übers Tor.

Nach einem Ausgleich der Wolfsburger sah es eigentlich nicht aus. Dann aber holte Naldo aus und wuchtete einen Freistoß aus rund 25 Metern aufs BVB-Tor. Mitch Langerak, der sich in der siebten Minute noch bei einem Flachschuss von Ivan Perisic hatte auszeichnen können, ließ den Aufsetzer nach vorn abprallen - vor die Füße von Gustavo. Der zog direkt ab und glich mit seinem vierten Tor im DFB-Pokal aus.

Auch beim zweiten Treffer der „Wölfe“ sah Langerak, der von Klopp den Vorzug vor Routinier Roman Weidenfeller bekommen hatte, nicht gut aus. Aus rund 25 Metern hämmerte der überragende De Bruyne mit einem Dropkick den Ball aufs Tor - und traf. Binnen elf Minuten drehte Wolfsburg die Partie - und sogar noch weiter auf. Auch weil die Dortmunder sie gewähren ließen: Auf der rechten Angriffsseite setzte sich Perisic problemlos gegen Marcel Schmelzer durch, in der Mitte verrechnete sich Neven Subotic. Dost nutzte das zum 3:1. An der Seitenlinie ballte Hecking voller Entschlossenheit die Faust, auf dem Rathausplatz in Wolfsburg wurden die Grün-Weißen Fahnen geschwungen.

De Bruyne sticht hervor

Es war vor allem die individuelle Klasse eines De Bruyne, die gegen eine oft unaufgeräumte Borussen-Defensive immer wieder für Gefahr sorgte. Daran änderte sich auch nach dem Seitenwechsel nichts. Sein Pendant auf Dortmunder Seite enttäuschte dagegen weiter. Einen Tag vor seinem 26. Geburtstag konnte Nationalspieler Marco Reus keine Akzente setzen, Klopp nahm ihn in der 79. Minute vom Platz.

Kagawa war da deutlich aktiver, verpasste aber den Anschlusstreffer (50.) um Zentimeter. Einen Schuss von Henrich Mchitarjan (71.) parierte VfL-Keeper Diego Benaglio ohne Probleme. Mit jedem der nun zunehmenden Angriffsversuche der Borussen eröffneten sich Räume für die Wolfsburger zum Kontern. So wie in der 65. Minute, als Erik Durm mit letzter Mühe für den schon geschlagenen Langerak einen Schuss von Daniel Caligiuri vor der Linie klärte. Der BVB versuchte es danach weiter, doch vor allem eines fehlte den Klopp-Schützen an diesem Abend: Die Effektivität des neuen DFB-Pokalgewinners.

"Wölfe" versauen Kloppos Abschied - Bilder vom DFB-Pokal-Finale

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dpa/sid

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