WM-Auftakt am Sonntag

DFB-Frauen bangen um Marozsan

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Dzsenifer Marozsan droht auszufallen.

Ottawa - Im deutschen Lager werden die deutschen Spielerinnen vor dem Auftakt gegen die Elfenbeinküste kribbelig und mussten zudem den ersten Rückschlag verkraften.

Egal ob alter Hase oder junger Hüpfer: Die deutschen Fußballerinnen werden vor dem WM-Start langsam ungeduldig. „Das Schlimmste sind die Tage, in denen man nur wartet und trainiert und noch kein Spiel hatte. Darauf fiebern wir alle hin“, sagte Stürmerin Celia Sasic. Dem Küken Pauline Bremer geht es nicht anders: „Ich bin gespannt darauf, wenn es richtig losgeht.“ Der Auftakt am Sonntag (22.00 UHR/ZDF) gegen die Elfenbeinküste kann also kommen.

Mittelfeldspielerin Dzsenifer Marozsan aber wird dann womöglich zuschauen müssen. Die Supertechnikerin, in der Vorwoche bei der Generalprobe in der Schweiz (3:1) mit einem Doppelpack die Matchwinnerin, droht wegen einer im Training am Mittwoch erlittenen Bänderdehnung im linken Sprunggelenk für das erste Gruppenspiel auszufallen. Die Hoffnungsträgerin knickte beim Torschuss mit dem Standbein um.

Ein erster Rückschlag für die Mannschaft, die seit Sonntag in Kanadas Hauptstadt weilt. Bei der Feinarbeit im Training an taktischen Elementen und Standards galt dabei stets die Maxime, auf dem ungewohnten WM-Belag Kunstrasen die „richtige Mischung aus Be- und Entlastung zu finden“, erklärte Nationalmannschaftsmanagerin Doris Fitschen.

Über ihren ersten Gegner wissen die deutschen Spielerinnen indes noch recht wenig. „Ich kenne sie aus dem Panini-Heft“, sagte Sasic lachend. Selbst Bundestrainerin Silvia Neid hatte beklagt, dass kaum Videomaterial des WM-Debütanten zu beschaffen war. „Aber wir wissen, dass das Trainerteam seine Hausaufgaben macht und uns bestens vorbereitet“, versicherte Sasic.

Dass die am Mittwoch angereisten Ivorerinnen wie die weiteren Gruppengegner Norwegen (11. Juni) und Thailand (15. Juni) mit dem DFB-Team im vom Weltverband FIFA vorgebenen Schloss-Hotel Chateau Laurier wohnen, mutet im Vergleich zu den etablierten Basecamps bei den Männern anachronistisch an. „Das Hotel ist riesig, da kriegt man von den anderen Teams wenig mit, das finde ich für die Konzentration aber auch ganz gut“, sagte Melanie Leupolz.

Sowohl junge Kräfte wie Leupolz als auch die erfahrenen wie Sasic betonen häufig, dass die Chemie zwischen den alten Haudegen und den jungen Wilden im Team stimmt. „Die Neuen bringen den Willen mit und wir reichen die Hand. Das Zusammenspiel funktioniert sehr gut“, betonte Sasic - eine von fünf DFB-Spielerinnen mit über 100 Länderspielen auf dem Konto.

Die Jungen saugen alle Eindrücke auf und sorgen für frischen Wind. „Wir können ganz befreit aufspielen, alles genießen und mitnehmen. Es ist eine wahnsinnig tolle Erfahrung“, sagte die 19-jährige Bremer, eine von sieben Spielerinnen der U23-Fraktion im deutschen Team.

Das große Plus des zweimaligen Welt- und achtmaligen Europameisters: Fünf von ihnen haben bereits beim EM-Triumph vor zwei Jahren in Schweden ihre Reifeprüfung abgelegt. „Viele der Jungen haben Turniererfahrung auf dem Buckel und wissen, was das für einen Druck mit sich bringt. Wir hatten 2013 auch Höhen und Tiefen, die wir bewältigen mussten“, sagte Sasic: „Deswegen sind wir da auf einem höheren Level als 2013.“

sid

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