Sorge um Reus

BVB überwintert in der Europa League

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Dortmunds Henrikh Mkhitaryan (l) und David Meza von Qäbälä kämpfen um den Ball.

Dortmund - Borussia Dortmund hat es in der Europa League in die Runde der letzten 32 Teams geschafft. Doch drei Tage vor dem Bundesliga-Derby gegen Schalke ist Marco Reus angeschlagen.

Nach dem klaren 4:0 (2:0) im vierten Gruppenspiel am Donnerstagabend gegen den FK Qäbälä ist den Westfalen zumindest der Einzug in die K.o.-Runde sicher. Der BVB war den Gästen aus Aserbaidschan in der heimischen Fußball-Arena in allen Belangen überlegen und hätte sogar noch höher gewinnen müssen. Drei Tage vor dem brisanten Reviergipfel gegen Schalke stellten der zur Pause angeschlagen ausgewechselte Reus (28. Minute), Pierre-Emerick Aubameyang (45.) und Henrich Mchitarjan (70.) den dritten Erfolg in der Gruppe C sicher; hinzu kam ein Eigentor von Sergej Zenjov (67.).

Ob Reus am Sonntag (15.30 Uhr) wieder einsatzbereit ist, konnte Sportdirektor Michael Zorc nach der Partie nicht sagen. „Ich hoffe, dass er rechtzeitig rausgegangen ist, dass es nicht so schlimm ist, dass er spielen kann“, sagte er. Reus hatte sich in der ersten Halbzeit immer wieder an die Leiste gefasst und war deswegen auch kurz behandelt worden war. Rein sportlich zeigte sich Zorc zufrieden: „Wir haben unser Zwischenziel erreicht. Es war ja klar, dass wir in der Euro League eine gute Performance haben wollen.“

Trotz immenser Überlegenheit mussten die 57 000 Zuschauer allerdings fast eine halbe Stunde lang auf die überfällige BVB-Führung warten. Die überforderten Aserbaidschaner mühten sich mit ihren übersichtlichen Defensivkünsten nach Kräften, hatten dem Angriffswirbel der Dortmunder aber nichts entgegenzusetzen. Die offensivstarken Westfalen schafften damit auch im 31. Pflichtspiel hintereinander zumindest einen Treffer - und können nun mit viel Selbstvertrauen in den Reviergipfel starten. Die letzten Europa-League-Gruppenspiele in Krasnodar am 26. November und gegen Saloniki am 10. Dezember sind dagegen bedeutungslos.

Unter anderem mit den wieder in die Startelf berufenen Roman Weidenfeller, Sven Bender und Gonzalo Castro war der BVB sofort aufs erste Tor aus. Schon in der ersten Minute sorgte Reus mit einem Freistoß für erhebliche Gefahr, der polnische Torwart Dawid Pietrzkiewicz im Qäbälä-Tor lenkte den Ball gerade so über die Querlatte. Auch weitere prima Chancen durch Mchitarjan (11.), Aubameyang (16.), Matthias Ginter (23.) und Reus (27.) blieben zunächst ungenutzt. Bei seinem dritten Versuch aber war der deutsche Nationalspieler dann erfolgreich, mit einem satten Rechtsschuss überwand er den bis dato starken Pietrzkiewicz. Für das Mittelfeld-Ass war es der 17. Treffer im 32. Europacup-Spiel.

Noch vor der Pause erhöhte Top-Torjäger Aubameyang mit einem Flachschuss auf 2:0; kurz danach hätten Castro (50.), der im Hinspiel dreimal erfolgreiche Aubameyang (54.) und Mchitarjan (56.) nachlegen können, wenn nicht müssen. Der dritte Treffer war längst überfällig, und der BVB scherzte über seinen offiziellen Twitterkanal: „Drittes Tor und wir können über's Derby reden. Deal?“ Ein Eigentor des Esten Zenjov bescherte den nächsten Torjubel auf den Rängen, wenig später trug sich auch Mchitarjan noch in die Torschützenliste ein.

dpa

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