BVB mit Rückenwind nach München - "Auf Krawall gebürstet"

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BVB-Trainer Jürgen Klopp ist heiß auf das Pokalspiel in München. Foto: Bernd Thissen

Der BVB darf doch noch auf das versöhnliche Ende einer bisher dürftigen Saison hoffen. Mit dem 2:0 über Frankfurt stieg der Revierclub in den Kreis der Europa-League-Anwärter auf. Das macht Mut für den Pokal-Hit am Dienstag beim FC Bayern.

Dortmund (dpa) - Noch vor zwei Monaten sorgten sie sich um den Klassenerhalt, nun reden sie von der Europa League. Rechtzeitig zum Pokal-Hit beim FC Bayern ist bei den Profis von Borussia Dortmund der Glaube an die eigene Stärke zurück.

"Es ist eine sehr nette Geste, aber wir sind am Dienstag auf Krawall gebürstet", kommentierte der am Saisonende scheidende Trainer Jürgen Klopp die Idee aus München, ihn vor der Partie mit einem Blumenstrauß zu verabschieden. Das 2:0 (2:0) über Frankfurt erhöhte auch bei Weltmeister Matthias Ginter die Vorfreude auf die schwere Aufgabe: "Wir haben keine Angst vor den Bayern und zuletzt gezeigt, dass wir mithalten können."

Kaum war die Partie gegen die Hessen vorbei, ging der Blick nach vorn. Schon beim Schlussjubel stimmten die Dortmunder Fans ihre Mannschaft auf die nächste Mission ein. "Zieht den Bayern die Lederhosen aus", forderten sie mit Blick auf das Halbfinale. Regisseur Shinji Kagawa hofft auf einen Coup: "Dieses Spiel kommt uns sehr gelegen. Wir haben wieder die richtige Richtung eingeschlagen."

Ein Sieg über den großen Rivalen wäre vor allem für Klopp ein schönes Abschiedsgeschenk. "Ich hoffe, man sieht uns am Dienstag an, dass wir unbedingt ins Finale wollen. Das wäre eine gute Eintrittskarte für das Spiel gegen eine Mannschaft, die in einer unfassbaren Verfassung ist", kommentierte der Coach voller Respekt vor den Bayern.

Im zweiten Spiel nach Klopps Ausstiegsankündigung gelang dem Revierclub der zweite Sieg. Damit sind die Chancen auf einen echten Fußball-Klassiker in München mit engem Ausgang gestiegen. Zudem liegen die Bundesliga-Ränge fünf und sechs nur noch drei Punkte entfernt. Für ein Team, das noch Anfang Februar auf dem letzten Tabellenrang rangierte, ist das eine beachtliche Entwicklung.

"Wir haben uns von der Abstiegskampf-Problematik verabschiedet. Nun können wir die Situation neu bewerten", sagte Klopp. Erstmals seit Monaten nahm er wieder das internationale Geschäft ins Visier: "Wenn es weniger Punkte Abstand sind als du Spieltage hast, ist das eine gute Situation. Jetzt geht es um alles."

Selbst der noch am 19. Spieltag um 15 Zähler enteilte Tabellenfünfte FC Schalke befindet sich mittlerweile in Schlagdistanz. Mit dem abgezockten Elfmeter von Pierre-Emerick Aubameyang (24.), der Eintracht-Keeper Kevin Trapp mit einem lässigen Heber in die Tormitte überlistete, und dem vierten Saisontreffer von Kagawa (32.) wahrte der BVB die Chance, zum sechsten Mal in Serie an einem internationalen Wettbewerb teilzunehmen.

Doch vor dem wichtigen Duell bei der nur einen Punkt besseren TSG 1899 Hoffenheim am kommenden Samstag gilt alle Konzentration dem Pokalspiel. "Wir spielen gegen die beste Mannschaft der Welt. Deshalb brauchen wir eine geschlossene Mannschaftsleistung voller Leidenschaft. Sonst wird das nichts", sagte Kapitän Mats Hummels.

Anders als der BVB hat sich die personell geschwächte Eintracht nach fünf Spielen ohne Sieg aus dem Kampf um Europa so gut wie verabschiedet. Wieder einmal wurde deutlich, wie abhängig die Hessen von Alexander Meier sind. Auch im dritten Spiel ohne den bis zum Saisonende verletzten Torjäger gab es keinen eigenen Treffer. "Wenn man etwas erreichen will, muss man den Gegner ein bisschen verletzen. Das ist uns heute nicht gelungen", klagte Trainer Thomas Schaaf.

Nur in den ersten 20 Minuten schlugen sich die Gäste beachtlich, ehe sie eine Entscheidung des Unparteiischen aus dem Tritt brachte. Nach einem unglücklichen Handspiel von Sonny Kittel bei einer Abwehraktion gegen BVB-Außenverteidiger Marcel Schmelzer entschied Michael Weiner (Ottenstein) zum Leidwesen der Gäste auf Elfmeter. "Das ist bitter. Es war einfach ein Reflex, den ich nicht wollte, und der Schiedsrichter muss das dann pfeifen", kommentierte Kittel.

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