"Personalien, die nicht auf jeder Liste stehen"

Löw kündigt Überraschungen im EM-Aufgebot an

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Bundestrainer Joachim Löw freut sich trotz der Verletzungssorgen auf die EM.

Berlin - Mit Boateng, Höwedes, Schweinsteiger, Can und Draxler sind fünf EM-Kandidaten aktuell nicht einsatzfähig. Joachim Löw hat allerdings Alternativen im Kopf.

Bundestrainer Joachim Löw (56) kann sich gut vorstellen, dass es die eine oder andere Überraschung in seinem Aufgebot für die Fußball-Europameisterschaft in Frankreich (10. Juni bis 10. Juli) geben wird. „Es könnte durchaus sein. Ich habe natürlich schon auch ein paar Personalien im Kopf, die vielleicht nicht jeder auf der Liste stehen hat“, sagte der Weltmeister-Coach der Bild am Rande der Verleihung des Laureus-Awards In Berlin.

Doch als die Frage auf seine Sorgenkinder kam, trübte sich die Laune von Löw sichtlich. Die ständig wachsende Verletztenliste bereitet dem Bundestrainer knapp acht Wochen vor dem ersten Spiel bei der Fußball-EM in Frankreich (10. Juni bis 10. Juli) Kummer.

Löw: "Es gibt solche Probleme vor jedem Turnier"

„Die Nachrichten, die ich im Moment bekomme, sind nicht erfreulich“, sagte Löw am Rande des Laureus Awards zu Sky Sport News HD. Am Montag erreichten ihn aber immerhin auch Nachrichten, die zumindest Mut machen. Jerome Boateng trainiert wieder mit der Mannschaft, Benedikt Höwedes hofft bald nachzuziehen, Julian Draxler hofft und Emre Can ist sogar ausgesprochen optimistisch.

In Kapitän Bastian Schweinsteiger und diesem Quartett „sind derzeit fünf Spieler verletzt, die eine wichtige Rolle spielen können. Das bereitet mir schon ein bisschen Sorge“, äußerte Löw weiter: „Es gibt solche Probleme vor jedem Turnier. 2014 waren Sami Khedira und Bastian Schweinsteiger verletzt, und wir haben es hingekriegt. Aber ich hoffe natürlich, dass nun alle gesund bleiben und von den Verletzten welche zurückkommen.“

Dennoch gebe es in Deutschland „eine gute Auswahl an jungen Spielern“, die notfalls in Bresche springen können. Außerdem habe die Vergangenheit gezeigt, dass vermeintliche Nachrücker im Endeffekt „über sich hinauswuchsen“. Löw bilanzierte deshalb: „Ich freue mich auf die EM, egal, wer am Ende dabei sein wird.“

Can ist guter Dinge

Kapitän Schweinsteiger hatte sich am 23. März im Training mit der Nationalmannschaft einen Innenbandteilriss im Knie zugezogen, seine EM-Teilnahme ist absolut fraglich. „Im Moment habe ich immer noch Hoffnung, dass er es bis zum Start der EM in Frankreich schafft“, sagte Löw bei Eurosport.de - man müsse von Woche zu Woche schauen. Nach Informationen der Sport Bild könnte der Weltmeister von Manchester United in drei Wochen die Schiene ablegen und mit dem Aufbautraining beginnen.

Sehr knapp wird es auch beim Wolfsburger Draxler nach einem in der Vorwoche erlittenen Muskelbündelriss. „Vor allem jetzt zum Ende der Saison macht es mich besonders traurig, die Mannschaft nicht unterstützen zu können“, schrieb der 22-Jährige am Montag bei Facebook: „Aber ich arbeite hart daran, um so schnell wie möglich auf den Platz zurückzukehren. Jeder Tag zählt, denn ich habe noch große Ziele in diesem Jahr!“

Can zog sich beim furiosen 4:3 des FC Liverpool in der Europa League gegen Borussia Dortmund einen Außenbandriss im rechten Knöchel zu, ist aber optimistisch. „Ich werde alles geben, um rechtzeitig zur EM fit zu werden und bin guter Dinge, dass ich das schaffen werde“, sagte er.

Löws Empfehlung für FC Bayern

Gut sieht es inzwischen wieder bei Abwehrchef Boateng aus, der am Montag erstmals nach einem Muskelriss im Adduktorenbereich Ende Januar wieder mit der Mannschaft trainierte. Trainer Pep Guardiola sagte allerdings, er könne nicht vorhersagen, ob Boateng in den Halbfinal-Spielen der Champions League gegen Atletico Madrid (27. April und 3. Mai) zur Verfügung stehen werde. „Ich treffe meine Entscheidungen nach dem, was ich sehe“, sagte Guardiola, „er war drei Monate verletzt. Er braucht Kondition“. Der Bundestrainer hofft, dass der FC Bayern Boateng „nicht überschnell wieder in den Wettkampf wirft, denn nach so einer langen Verletzung muss man auch ein bisschen behutsam vorgehen“.

Ebenfalls auf ein baldiges Comeback hofft Höwedes, der wegen eines Muskelfaserisses im Oberschenkel und einem Rückschlag 2016 noch keine Pflichtspielminute absolvierte. „Ich hoffe, bald wieder dabei sein zu können“, sagte der Schalker zu Sky Sport News HD. Kein Thema bis zur EM wird Bayern-Abwehrspieler Holger Badstuber werden, der im Februar eine Sprunggelenk-Fraktur erlitten hatte.

sid

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