Am 30. Januar wird's ernst

Dem FC Bayern gehen die Herausforderungen aus

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Die Bayern eilen von Sieg zu Sieg.

München - Bayer Leverkusen kann den FC Bayern eine Halbzeit lang ärgern, am Ende ist alles wie gehabt: Der Gegner schießt kein Tor - und die Münchner bleiben in der Bundesliga eine Klasse für sich.

Wieder ein Sieg, wenn auch eine mühevoller, seit jetzt 18 Spielen in der Bundesliga ungeschlagen, dazu vor dem 15. Spieltag weiter sieben Punkte Vorsprung auf den Tabellenzweiten - da gestattete sich Thomas Müller einfach mal einen Gedanken an den 30. Januar 2015. „Wenn wir so weitermachen“, sagte der Weltmeister des FC Bayern nach dem 1:0 (0:0) gegen Bayer Leverkusen, „werden die Augen noch mal auf das Eröffnungsspiel der Rückrunde gerichtet sein - und nach dem Spiel können wir uns nochmal unterhalten“.

Das erste Spiel der Rückrunde bestreiten die Münchner beim VfL Wolfsburg, jener Mannschaft, die noch einigermaßen Sichtkontakt zum Tabellenführer hält. Spätestens am 30. Januar 2015 könnte der FC Bayern zehn Punkte Vorsprung haben, und dann wird Müller wohl bereit sein, eine vorhersehbare Antwort auf die Frage zu geben, wer deutscher Meister wird. Bis dahin, betonte er, sei der Sieg gegen Leverkusen aber auch schon „ein richtungweisender Schritt für uns, auch wenn es noch sehr früh in der Saison ist“.

In der ersten Halbzeit sah es am Samstag so aus, als könne Bayer zumindest an diesem einen Abend dem FC Bayern den Spaß verderben. Gegen das Pressing der Leverkusener fanden die Münchner zunächst kein Mittel, obwohl Trainer Pep Guardiola „heiß wie Frittenfett“ auf dieses Spiel war, wie Sportvorstand Matthias Sammer kundtat. Hintergrund: Im Januar hatte der FC Bayern ein Vorbereitungsspiel mit 0:3 in Salzburg verloren - dessen Trainer war damals: Roger Schmidt. Für Guardiola also eine Herausforderung.

Die Taktik von Guardiola ging freilich zumindest in der ersten Halbzeit nicht recht auf, es sah nicht so aus, als könnten die Bayern ein Tor erzielen. „Es war etwas weniger Spektakel als erwartet“, sagte Arjen Robben, da hätten eben zwei Mannschaften gegeneinander gespielt, „die viel angreifen wollten, aber beide in der Defensive auch sehr gut aufgepasst haben“. Auch dies war eine Wahrheit der Begegnung: Leverkusen hatte eine Großchance durch Karim Bellarabi (3.). Das war es dann. Chance vergeben, Spiel verloren.

Bilder vom Sieg der Bayern sowie Einzelkritik

„Wir haben insgesamt ein gutes Spiel gemacht, uns aber nicht belohnt“, sagte Bellarabi, dessen Lupfer von Juan Bernat kurz vor der Linie weggeschlagen wurde. „Wenn Bellarabi das Ding reinmacht, kriegen wir Schwierigkeiten“, behauptete Sammer. Doch spätestens nach dem Treffer von Franck Ribery, dem 100. im 287. Pflichtspiel im Münchner Trikot (51.), war Leverkusen chancenlos. Auch, weil der FC Bayern den Bundesliga-Gegnern in der Abwehrarbeit überlegen ist: 14 Spiele, nur drei Gegentore, elf Mal zu null gespielt.

So bleibt der FC Bayern Klassenbester - wenn auch mit ein paar Abzügen in der B-Note. Aber damit lässt sich leben. Müller etwa macht es ja bekanntermaßen „gar nichts“ aus, „dass die Spiele nur 1:0 ausgehen: So lange wir zu null spielen und insgesamt nur drei Gegentore haben, ist das phänomenal.“ Das findet auch Sportvorstand Sammer wohl nicht so schlecht, allerdings betonte er auch: „Ich möchte nur eines nicht: Dass irgendwann Selbstherrlichkeit und Arroganz regieren und keine Entwicklung mehr zu sehen ist.“

Bis zum Achtelfinale der Champions League Mitte Februar wird es allerdings schwer, Herausforderungen zu finden. Am Samstag geht es zum FC Augsburg, wo der FC Bayern in der vergangenen Rückrunde ja verloren hat. „Dort sollten wir versuchen, vorzeitig Herbstmeister zu werden“, sagte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge. Am Mittwoch gegen ZSKA Moskau (20.45 Uhr/Sky) steht außerdem noch das letzte Gruppenspiel der Champions League an - das so wichtig ist, dass Rummenigge dessen Einfluss auf den UEFA-Koeffizienten betonte.

Und dann ist da ja noch der 30. Januar.

sid

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