Stimmung nach CL-Aus am Boden

Schmidt droht mit Interview-Abbruch

+
Sichtlich bedient: Die Laune von Roger Schmidt war nach dem Champions-League-Aus seiner Mannschaft am Boden.

Leverkusen - Bayer Leverkusens Trainer Roger Schmidt hat sich nach dem Champions-League-Aus der Werkself im Heimspiel gegen den FC Barcelona einen Fauxpas geleistet.

Nach dem 1:1 gegen eine B-Mannschaft des Titelverteidigers FC Barcelona blaffte der 48-Jährige einen Sky-Reporter an, der sich erlaubt hatte, kritische Fragen zu stellen.

„Wenn Sie noch so eine Bemerkung machen, können wir das Interview auch abbrechen“, echauffierte sich der Leverkusener Trainer. Reporter Jan Henkel hatte gefragt, ob Schmidts Mannschaft „nicht klar genug im Abschluss“ gewesen sei und Leverkusen möglicherweise „eine gewisse Reife gefehlt“ habe. Schmidt maßregelte Henkel daraufhin vor laufender Kamera. Nachdem der Reporter die Situation einigermaßen beruhigt hatte und weiter nachfragte, gab Schmidt nur noch patzige Antworten und drohte erneut mit einem Abbruch des Interviews.

Das Interview im Wortlaut

Henkel: "Rudi Völler meinte eben, irgendwann muss man auch mal dran glauben. Wie kann man diesen Glauben provozieren, dass man dann auch anders auftritt beim Abschluss?"

Schmidt: "Ach ja, diese Frage gibt es, so lange es Fußball gibt. Natürlich, wenn man Chancen nicht reinmacht - und in so einer Hülle und Fülle, wie es heute passiert ist, dann kommt diese Frage immer wieder. Was dann letztendlich fehlt: Manchmal hält der Torwart gut, manchmal fehlt ein bisschen Glück, unkonzentriert, einfach nicht klar genug im Abschluss, vielleicht auch eine gewisse Reife und Coolness. Wir sind halt eine sehr, sehr junge Mannschaft, die jüngste in der Bundesliga - vielleicht auch die jüngste in der Champions League, weiß ich jetzt nicht."

Henkel: "Barcelona war auch jung heute..."

Schmidt: "Haben Sie sonst noch was zu sagen?"

Henkel: "Na, das war jetzt nicht Barcelona mit Neymar, mit Suarez..."

Schmidt: "Sie haben doch gehört, was ich jetzt gesagt habe. Wir haben doch jetzt über die Champions League insgesamt gesprochen, über Chancenverwertung. Das hat doch nichts mit dem Alter von Barcelona zu tun, oder?"

Henkel: "Nein, weil sie jetzt Ihre junge Mannschaft ansprechen... "

Schmidt: "Insgesamt. Sie haben mich doch danach gefragt, wie man mehr die Chancen ausnutzen kann. Dazu habe ich Ihnen eine Antwort gegeben. Wenn Sie jetzt noch so eine komische Bemerkung machen, können wir das Interview auch abbrechen."

Henkel: "Nein, das war keine komische Bemerkung, war einfach nur, dass der Gegner heute..."

Schmidt: "Natürlich war der jung. Aber Sie haben doch gesehen heute, dass wir auf ein Tor gespielt haben, oder nicht? Ich glaube, der Gegner hat einmal aufs Tor geschossen. Dass wir genügend Chancen hatten - das hat doch nichts mit dem Gegner zu tun, dass wir unsere Torchancen nicht genutzt haben."

Henkel: "Nein, das hatte was damit zu tun, dass der Gegner heute nicht das Barcelona wie sonst war. Dass man so viele Chancen bekommt. Aber ich verstehe absolut Ihren Ärger. Ich würde mich auch fürchterlich über dieses Spiel ärgern. Wie lange, glauben sie, brauchen Sie, um das abhaken zu können?"

Schmidt: "Gar nicht. Das wird mein ganzes Leben in meinem Gedächtnis bleiben, dass wir es heute nicht geschafft haben."

sid

Kommentare

Meistgelesen

1860-Investor lässt Eichin rauswerfen - und attackiert Hoeneß
1860-Investor lässt Eichin rauswerfen - und attackiert Hoeneß
Schmutzige Geldgeschäfte von Ronaldo, Özil und Co. enthüllt
Schmutzige Geldgeschäfte von Ronaldo, Özil und Co. enthüllt
BVB: "Sahnehäubchen" Gruppensieg - oder lieber nicht?
BVB: "Sahnehäubchen" Gruppensieg - oder lieber nicht?
Borussia Dortmund: „Ein Geschenk für die Augen“
Borussia Dortmund: „Ein Geschenk für die Augen“
FC Bayern besiegt Atlético Madrid dank Lewandowski
FC Bayern besiegt Atlético Madrid dank Lewandowski