Schürrle und Wolfsburg deuten in Manchester Besserung an

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Vfl-Trainer Dieter Hecking (r) instruiert Nicklas Bendtner (M) und Andre Schürrle vor deren Einwechslung. Foto: Peter Steffen

Der Schlussspurt des VfL Wolfsburg im Old Trafford begann mit der Einwechslung von André Schürrle - doch er kam zu spät und war nicht effektiv genug.

Manchester (dpa) - Die Greenkeeper schoben bereits ihre Rasenmäher über den Platz des berühmten Old Trafford, als André Schürrle enttäuscht in den Keller des berühmten Stadions trottete.

Mit der Einwechslung des Fußball-Weltmeisters hatte die Schlussoffensive des VfL Wolfsburg bei Manchester United begonnen, doch auch der zuletzt kritisierte Nationalspieler konnte mit seinem flotten Endspurt das Champions-League-Spiel nicht mehr wenden. So landeten der VfL-Angreifer und seine Kollegen mit einem 1:2 (1:1) im Gepäck auf dem Braunschweiger Flughafen.

Schürrle bewies mit einigen starken Antritten sein Potenzial und das des VfL Wolfsburg. "Er hat gezeigt, was er leisten kann", lobte Manager Klaus Allofs und verteidigte die überraschend harten Worte von Trainer Dieter Hecking: "Wir haben das Vertrauen in André, aber er muss kritisiert werden dürfen."  

Auch der Coach, der ihn zuletzt öffentlich angezählt hatte, war mit Schürrles Auftritt in den verbleibenden 20 Minuten des Spiels zufrieden. "Wir wissen, dass er das kann", lobte Dieter Hecking. Er wolle dem Profi "helfen, aus diesem Loch rauszukommen. Da ist es hilfreich, wenn er so auftritt."

Schürrle wäre fast der Ausgleich gelungen, als er kurz nach seiner Einwechslung in den Strafraum zog und den Ball durch die Beine von Daley Blind aufs Tor schoss. Mit dieser Aktion leitete er die Schlussattacke ein. Nachdem Schürrle gekommen war, und United-Coach Louis van Gaal seinen Weltmeister-Kumpel Bastian Schweinsteiger ausgewechselt hatte, dominierte Wolfsburg das Spielgeschehen und stand kurz vor dem Ausgleich.

"So muss er jetzt weitermachen", forderte Hecking von dem 24-Jährigen. Und fast wortgleich sagte der Coach das auch über die gesamte Mannschaft, die zuletzt in der Bundesliga enttäuscht hatte: "So muss es jetzt weitergehen."

Gegen den Ersten der englischen Premier League überzeugte der VfL in der Anfangs- und in der Schlussphase. Daher war der verpasste Punkt "sehr enttäuschend", wie Schürrle es ausdrückte: "Eine gute Leistung, aber am Ende muss was Zählbares bei rauskommen. Aber es kam nix rum."

Der im Winter vom FC Chelsea geholte Angreifer, der bisher nicht über die Rolle des Jokers hinausgekommen ist, zeigte sich einsichtig. "Der Trainer hat jedes Recht dazu, etwas zu sagen", versicherte Schürrle bei Sky: "Das passt schon so, wie er es gesagt hat." In Mönchengladbach darf er auf einen Startelf-Einsatz hoffen - zumal Julian Draxler eine eher schwache Leistung zeigte.

Allofs hatte das veränderte Auftreten seines Teams nach dem schwachen Spiel gegen Hannover 96 gefallen: "Wir haben die richtige Reaktion gezeigt." Aber "unter dem Strich bleibt Unzufriedenheit", fasste der Manager zusammen: "Zufrieden kann man nicht sein, wenn man keinen Punkt holt."

Im "Theatre of Dreams" hatte United den Sieg letztlich über die Zeit gerettet. Die Treffer des überragenden Juan Mata (34./Handelfmeter) und des Innenverteidigers Chris Smalling (53.) reichten den Gastgebern. Daniel Caligiuris (4.) früher Führungstreffer war für den VfL zu wenig.

Nach dem zweiten Spieltag bietet die Tabelle der Gruppe B einen ungewöhnlichen Anblick. Der VfL ist zwar Letzter, hat aber genauso drei Punkte wie das Schweinsteiger-Team, ZSKA Moskau und PSV Eindhoven. "Es geht wieder bei Null los", sagte Hecking.

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