HSV siegt in Sinsheim

Lasogga schießt Hoffenheim in die Krise

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Die Hamburger bejubeln ihren Torschützen Lasogga - sehr zum Ärgernis der Hoffenheimer.

Sinsheim - Das gebeutelte 1899 Hoffenheim muss weiter einstecken. Auch gegen den HSV verloren die Kraichgauer - durch einen späten Treffer von Lasogga.

Die „TSG Nervenbündel“ hat ihren angezählten Trainer trotz Treueschwur hängen lassen - Markus Gisdol steht nach einer neuerlichen völlig missratenen Vorstellung seiner Schützlinge vor dem Aus bei 1899 Hoffenheim: Die Kraichgauer verloren zum Auftakt des 10. Spieltags der Bundesliga 0:1 (0:0) gegen den Hamburger SV und und stehen mit lediglich sechs Punkten so schlecht wie noch nie zu diesem Zeitpunkt einer Saison da. Den Siegtreffer für den HSV erzielte Pierre-Michel Lasogga in der 88. Minute.

Vor der Partie gab es Berichte über einen drohenden Rauswurf Gisdols, falls sein Team nicht den zweiten Saisonsieg landen sollte. Die Niederlage nach über 20 Minuten in Unterzahl (Gelb-Rote Karte für Innenverteidiger Ermin Bicakcic wegen wiederholtem Foulspiel in der 68. Minute) dürfte das Schicksal Gisdols trotz der Fan-Sprechchöre für den Trainer besiegelt haben.

„Wir sind leer, wir bekommen wieder am Ende das Tor. Da sucht man nach Erklärungen. Wir wollten eine Reaktion zeigen und nicht alles auf den Trainer schieben“, sagte 1899-Kapitän Pirmin Schwegler während Kevin Volland zur Trainerfrage sagte: „Das müssen andere entscheiden.“

Gisdol, rag bei den Kraichgauern bis 2018 läuft, stand zum 85. Mal in der Bundesliga an der TSG-Seitenlinie und schloss damit zum bisherigen Hoffenheimer Rekordtrainer Ralf Rangnick auf. Diese Statistik wird Mehrheitseigner Dietmar Hopp aber kaum interessieren. Das gilt auch für die Meinung der Profis, die sich vor der Partie hinter ihren Trainer gestellt hatten.

Die sportliche Krise hat das ohnehin angespannte Verhältnis zwischen Gisdol, der die Klubführung bei den Vertragsverhandlungen im Frühjahr mit hohen Gehaltsforderungen verärgert hatte, und Hopp weiter verschlechtert. Der Kredit des einstigen Retters, der die TSG 2013 vor dem Abstieg bewahrt hatte, beim Milliardär gilt als aufgebraucht. Gisdol sah sich zuletzt schon mit den Namen seiner potenziellen Nachfolger (Tayfun Korkut, Mirko Slomka, Thomas Schaaf) konfrontiert.

Die 30.000 Zuschauer in der Rhein-Neckar-Arena sahen zu Beginn klar überlegene Hamburger. Die Talfahrt der zurückliegenden Wochen war nicht spurlos an den völlig verunsicherten Gastgebern vorübergegangen. Nachdem Ivo Ilicevic die erste Möglichkeit für den HSV hatte (16.), begannen die Nerven der Kraichgauer endgültig zu flatten.

Erst hätte Michael Gregoritsch die Gäste, die ohne Emir Spahic, Ivica Olic, Gojko Kacar und Aaron Hunt auskommen mussten, fast per Kopf in Führung gebracht (18.). Nur wenige Sekunden später verpasste Ilicevic nur ganz knapp eine Flanke von Lasogga. In der 23. Minute vergaben Nicolai Müller und Lasogga eine Doppelchance für den HSV, der zu diesem Zeitpunkt die Führung längst verdient gehabt hätte. „Wir müssen manchmal noch sauberer spielen“, sagte HSV-Trainer Bruno Labbadia dazu.

Gleich nach dem Seitenwechsel war es wieder Gregoritsch, der die große Chance zur HSV-Führung vergab (48.). Auch danach schien der Treffer für die Gäste nur eine Frage der Zeit zu sein. Die TSG-Defensive wackelte bedenklich, die Offensive um Nationalspieler Kevin Volland brachte so gut wie nichts zustande. Als dann auch noch Bicakcic zurecht vom Platz musste, sah es düster für die TSG aus, die durch Jeremy Toljan allerdings in der 87. Minute noch eine sehr gute Chance verbuchte, ehe Lasogga mit seinem vierten Saisontreffer die Niederlage der Hausherren und wohl auch das Aus für Gisdol besiegelte. Beste Spieler aufseiten der Hamburger waren Ilicevic und Müller. Bei Hoffenheim konnten Torwart Oliver Baumann und Jonathan Schmid überzeugen.

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