1860 entmachtet Poschner - Investoren-Mann steigt auf

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Noor Basha wird neben Markus Rejek neuer Geschäftsführer von 1860 München. Foto: Andreas Gebert

Gerhard Poschner ist nicht mehr Geschäftsführer bei 1860 München, muss den Verein aber nicht verlassen. Seinen Posten übernimmt der Vertreter von Geldgeber Hasan Ismaik. Investor und Verein beschwören nach einem Treffen in Abu Dhabi eine bessere gemeinsame Zukunft.

München (dpa) - Kurz vor seiner Mitgliederversammlung hat der TSV 1860 München seinen umstrittenen Sportchef Gerhard Poschner entmachtet.

Der 45 Jahre alte Ex-Profi muss den Fußball-Zweitligisten zwar nicht verlassen, wurde aber als Geschäftsführer Sport abgesetzt. Poschner darf lediglich seine Aufgaben als Sportdirektor fortführen, wie der Traditionsverein am 10. Juli bekanntgab.

Nach einem wochenlangen Machtkampf mit dem Rücktritt des gesamten Präsidiums demonstrieren das Übergangspräsidium und Investor Hasan Ismaik zudem nach einem Treffen in dieser Woche in Abu Dhabi eine neue Eintracht. In "offenen, ehrlichen und produktiven Gesprächen" hätten Ismaik und Vizepräsident Karl-Christian Bay als Vertreter des Vereins "eine solide Grundlage" für die Zukunft geschaffen, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung der "Löwen"-Gesellschafter.

Geldgeber Ismaik bleibt demnach der entscheidende Mann bei 1860. Sein Cousin Noor Basha wird neuer zweiter Geschäftsführer neben Markus Rejek. Die Ernennung von Basha solle "baldmöglichst" umgesetzt werden. Der bisherige Münchner Statthalter von Ismaik werde gemeinsam mit Rejek den Bereich Sport beim Beinahe-Absteiger der vergangenen Saison verantworten. Wie Poschner auf die Zurückstufung reagiert, muss abgewartet werden.

Ismaik wolle den Verein auch in Zukunft finanziell unterstützen. So werde ein zum Jahresende fälliges Gesellschafterdarlehen, das einige Millionen Euro betragen soll, verlängert. Der Mehrheitsgesellschafter plant demnach auch nicht den Verkauf seiner Anteile. "Hasan Ismaik hat nochmals sein anhaltendes Engagement für die KGaA unterstrichen und betont, dass er unaufgefordert ein weder nachhaltiges noch verbindliches Angebot für den Kauf seiner Anteile an der KGaA erhalten hat", steht in der Erklärung. Während des vereinsinternen Machtkampfes war auch über einen Einstieg des früheren Meistertrainers Felix Magath beim Zweitligisten spekuliert worden.

Ismaik soll dem Übergangspräsidium um Präsident Siegfried Schneider seine "volle Unterstützung" zugesichert haben. Im Machtkampf mit dem Investor war die vorherige Vereinsführung um Gerhard Mayrhofer vor drei Wochen geschlossen zurückgetreten. Die Mitgliederversammlung war damals abgesagt worden. Sie wird nun am Sonntag (10.30 Uhr) nachgeholt. Unter anderem steht die Wahl eines neuen Verwaltungsrates auf der Tagesordnung. Dieser wird dann ein neues Präsidium vorschlagen.

Erklärung der 1860-Gesellschafter

Vereinsgremien

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