0:3 in Hoffenheim: HSV zu schwach - Westermann verletzt

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HSV-Keeper Rene Adler kann den Elfmeter von Hoffenheims Eugen Polanski (l) nicht halten. Foto: Uwe Anspach

Zumindest auf fremdem Platz spielt der Hamburger SV wie ein Absteiger. Beim "Schneckenrennen" im Tabellenkeller kann das Bundesliga-Gründungsmitglied einfach nicht an Tempo zulegen.

Sinsheim (dpa) - Die Fans des Hamburger SV verabschiedeten ihr Team am Ende mit Beifall, aber zu beklatschen gab es kaum etwas: Nach dem fünften Spiel ohne Sieg in Serie steckt der "Dino" der Fußball-Bundesliga weiter tief im Abstiegskampf.

Die Mannschaft von Trainer Josef Zinnbauer konnte am Samstag ihre Auswärtsschwäche nicht ablegen und kassierte bei 1899 Hoffenheim eine 0:3 (0:1)-Niederlage. "Da geht man natürlich enttäuscht raus. Die Situation ist nach wie vor nicht gut", meinte Sportdirektor Peter Knäbel.

Vor 30 150 Zuschauern in der ausverkauften Sinsheimer Rhein-Neckar-Arena trafen Eugen Polanski (22. Minute/Foulelfmeter/81.) sowie Sebastian Rudy (87.) für die Kraichgauer, die wieder auf die Europa-League-Plätze schauen dürfen. Vor dem ersten Tor des polnischen Mittelfeldspielers hatte HSV-Schlussmann Jaroslav Drobny die Rote Karte wegen einer Notbremse an Sven Schipplock gesehen. Ex-Nationalkeeper René Adler kam somit zu einem Comeback im HSV-Tor.

"Alle haben gesehen, dass uns der Elfmeter ein bisschen aus dem Konzept gebracht hat", meinte Zinnbauer. "Danach haben wir bis zur 81. Minute das Spiel einigermaßen verteidigt."

Zusammen mit Hertha BSC bleibt der HSV mit nur neun Punkten aus 13 Begegnungen das schwächste Team auf fremdem Platz. Und fünf Spiele ohne Dreier gab es unter Zinnbauer noch nie. Zudem liegen die Hamburger nur zwei Zähler vor dem Relegationsplatz mit dem SC Paderborn. Zu allem Übel zog sich Routinier Heiko Westermann eine Knieverletzung zu und fällt wahrscheinlich für das so wichtige Freitagsspiel gegen Hertha BSC aus.

Zinnbauer hatte Rafael van der Vaart auf die Bank gesetzt, wo erstmals nach seiner schweren Schulterverletzung zunächst auch Lewis Holtby Platz nahm. Nach knapp 20 Minuten ging es erstmals heiß her in einer mitunter nickligen Partie, vor der 1899-Chefcoach Markus Gisdol wegen der Hamburger Härte so seine "Befürchtungen" hatte. Nach einer regelwidrigen Rettungsaktion im Strafraum gegen Schipplock sah Drobny Rot. Da half es ihm auch nichts, dass er Schiedsrichter Günter Perl die Stollenabdrücke Schipplocks zeigte, der ihn an den Rippen getroffen hatte.

So kam Adler zu einem unverhofften Kaltstart und seinem dritten Saisoneinsatz. Der Routinier hatte bei Polanskis Strafstoß sogar noch die Fingerspitzen dran - aber die Hoffenheimer drehten jubelnd ab.

Dass die Gäste zuvor in dieser Saison bereits 13 Mal ohne Tor geblieben waren, verdeutlichte ihre Spielweise: Stürmer Ivica Olic war ziemlich allein; nur sporadisch wagten sich die Hanseaten nach vorne. Mit der 14. Partie ohne Treffer in dieser Spielzeit stellten sie bereits jetzt den eigenen Negativrekord aus der Spielzeit 1991/92 ein.

Glück hatte der Abstiegskandidat kurz vor der Pause: Nach einem Steilpass von Kapitän Andreas Beck war Roberto Firmino durch, schoss aber Adler an. Auch in der zweiten Halbzeit blieb Hoffenheim die dominierende Elf: gedankenschneller, zweikampfstärker und spielerisch mindestens eine halbe Klasse besser. Cleber vergab dann aber in der 62. Minute die Ausgleichschance, als er nach einer Ecke zum Kopfball hochstieg, der Ball jedoch bei Torwart Oliver Baumann landete.

Leichtfertig vergab die TSG noch Kontermöglichkeiten, wurde dafür aber nicht bestraft. "Wir hätten vielleicht früher den Sack zumachen können", bemängelte Gisdol. Kurz nach der Einwechslung Holtbys (80.) beim HSV sorgte Polanski aber mit einem Flachschuss zum 2:0 für die Entscheidung.

Spieldaten:

Ballbesitz in %: 64,3 - 35,7

Torschüsse: 20 - 10

gew. Zweikämpfe in %: 45,6 - 54,4

Fouls: 19 - 18

Ecken: 9 - 6

Quelle: optasports.com

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