Blamable Vorstellung der DVV-Frauen

WM-Medaillentraum so gut wie geplatzt

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Ein schwaches deutsches Team (goldene Trikots) verlor gegen Kroatien.

Rom - Teils „pomadig und ängstlich“ hatten die deutschen Volleyballerinnen bei der WM-Niederlage gegen Italien auf Verbandsboss Krohne gewirkt. Im letzten Gruppenspiel gegen Kroatien wurde es noch schlimmer.

Nach dem blamablen letzten Gruppenspiel bei der WM in Italien schlichen die deutschen Volleyballerinnen enttäuscht durch die Katakomben der PalaLottomatica in Rom. Ihr Medaillentraum ist schon nach der Vorrunde so gut wie geplatzt. Der EM-Zweite unterlag am Sonntag in seinem letzten Spiel in der Gruppe A nach einer indiskutablen Leistung gegen ein schwaches Kroatien mit 2:3 (25:17, 23:25, 25:9, 21:25, 11:15).

Nach der dritten Niederlage im fünften Gruppenspiel geht die extrem wechselhafte Mannschaft von Bundestrainer Giovanni Guidetti gerade mal als Vierter mit nur mageren zwei Zählern in die erste Zwischenrunde und muss die Duelle von Mittwoch an in Triest mit China oder Japan schon fast als Testspiele auf hohem Niveau ansehen. Denn eine plötzliche Leistungsexplosion scheint höchst unwahrscheinlich.

„Wir haben einfach keine Konstanz. Wir haben es probiert, aber wir verdienen es nicht“, erklärte ein sichtlich geknickter Guidetti. „Die Enttäuschung ist groß. Wir haben viele einfache Dinge nicht gut gemacht“, sagte Kapitän Margareta Kozuch. „Wir hätten gar nichts Besonderes in unserem Spiel gebraucht, wir hätten nur ein normales Spiel durchziehen müssen.“ Maren Brinker bilanzierte: „Das ist bitter. Mit diesen zwei Zählern wird es nun extrem schwer.“

Nach der Frustvorstellung vom Vorabend in Rom gegen den Gastgeber war Verbandsboss Thomas Krohne angefressen gewesen. „Sie wirkten pomadig und ängstlich“, verschaffte sich der DVV-Chef nach dem 1:3 Luft. Denn auch Krohne wusste: Nach Triest nehmen die Mannschaften nur jene Punkte mit, die sie gegen die ebenfalls für die zweite Phase qualifizierten Teams errungen haben. Bei den Deutschen war das vor dem letzten Gruppenspiel nur der eine Zähler aus dem 2:3 zum Auftakt gegen die Dominikanische Republik gewesen.

Guidetti nahm seine Truppe nach der zweiten WM-Niederlage denn auch in die Pflicht. „Wenn wir gewinnen, haben wir große Möglichkeiten“, sagte er mit Blick auf die Finalrunde der besten sechs Mannschaften in Mailand und ergänzte augenzwinkernd: „Wenn wir nicht gewinnen, fahren wir nach Triest, um Urlaub zu machen.“

Auf Ausruhen hatten die Schmetterkünstler jedoch noch keine Lust. Das machten sie von Beginn an klar gegen den Weltranglisten-23., der sich vor allem in der Annahme schwach präsentierte. Konzentriert in der Defensive und hartnäckig im Angriff gewann Deutschland den ersten Durchgang trotz eines Durchhängers deutlich. Mittelblockerin Christiane Fürst verwandelte den zweiten Satzball.

Wie schon gegen Italien bauten die DVV-Frauen aus unerklärlichen Gründen im zweiten Abschnitt ab und den Kontrahenten dadurch auf. Beim 11:16 nahm Guidetti eine Auszeit - sie wirkte. Dank Brinker fand das Team des Bundestrainers seinen Mumm in der Offensive wieder, doch die Annahme blieb einfach zu schwach.

Mit cleveren Aufschlägen kämpften sich Kapitän Kozuch & Co. zurück in die Partie. Nach einem 15:3 hielt das sonst so flatterhafte deutsche Team die Intensität hoch und gewann scheinbar problemlos Durchgang drei mit 25:9. Mit Souveränität trat der EM-Zweite auch im vierten Durchgang nicht auf und offenbarte erhebliches WM-Steigerungspotenzial. Der fünfte Satz kam einer Blamage gleich.

Die Aussichten auf ein rasches Comeback von Stefanie Karg bleiben indes vage. „Die Hoffnung stirbt zuletzt“, sagte die Mittelblockerin zu ihrem doppelten Außenbandanriss im rechten Sprunggelenk. Sie werde intensiv behandelt, einen klaren Plan zur Rückkehr gebe es allerdings nicht. Auf die K.o.-Spiele um eine Medaille muss Karg aber ohnehin nicht mehr ernsthaft hoffen.

dpa

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