Freiwasser-Medaillen und Turm-Dämpfer

Durchwachsener Schwimm-WM-Start für Deutsche

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Patrick Hausding (l.) und Sascha Klein.

Kasan - Zwei Freiwasser-Talente beglücken das deutsche Team zum Start der Schwimm-WM mit Silber und Bronze, vom Turm gehen die Weltmeister dagegen leer aus. Für einen Olympia-Platz müssen sie nachsitzen.

Dämpfer für die Weltmeister, Medaillen-Doppelpack durch zwei Newcomer: Das deutsche Team hat den Auftakt zur vorolympischen WM-Kraftprobe nur im Freiwasser bestanden. Die Talente Rob Muffels und Finnia Wunram sorgten mit Silber und Bronze für einen belebenden Neuanfang nach dem Rücktritt von Rekordchampion Thomas Lurz. Zum Abschluss des ersten Titelkampfwochenendes in Kasan scheiterten Patrick Hausding und Sascha Klein im Synchronspringen vom Turm bei der selbst benannten „Mission Olympia-Quotenplatz“. Als Sechste müssen die entthronten Titelverteidiger beim Kampf um den Sommerspiel-Startplatz nachsitzen.

Leistungssportdirektor Lutz Buschkow machte nach den ersten Erfolgen schon „eine riesige Freude in der Mannschaft“ aus. Dagegen drückte das verpasste Podest seiner Musterspringer am Sonntagabend auf das Gemüt. Bis zum WM-Ziel von mindestens sieben Medaillen ist es für den Deutschen Schwimm-Verband (DSV) ein weiter Weg, wie auch zu den ein bis zwei Plaketten für der Wasserspringer.

Während der Medaillen-Doppelpack des 20-jährigen Muffels und der 19-jährigen Wunram über die nicht-olympischen fünf Kilometer im Wolga-Nebenfluss Kasanka vor allem für Stimmung und WM-Außenwirkung bedeutsam waren, hätte ein olympischer Quotenplatz durch Hausding und Klein viel Druck für 2016 genommen. Jetzt geht es beim Weltcup in Rio im Februar um das Startrecht. Hausding/Klein, die erstmals in dieser Saison das Podest verpassten, konnten den mit riesigem Vorsprung siegreichen Chinesen Chen Aisen und Lin Yue nur gratulieren.

Ein Jahr vor den Sommerspielen haben die Olympia-Startplätze Priorität, die nächsten werden am Montag im Zehn-Kilometer-Rennen der Männer mit Andreas Waschburger und Christian Reichert als deutsche Starter vergeben. In der zweiten WM-Hälfte soll das bei Olympia 2012 und bei der WM 2013 so schwer geschlagene Becken-Team dem DSV wieder Freude machen. Am Montag beenden Paul Biedermann & Co. ihr Trainingslager in der Türkei.

Chef-Bundestrainer Henning Lambertz freute sich in Russland erst einmal über das „unfassbar schöne Ergebnis“ des Freiwasserteams. Muffels, der sich nach dem Zielsprint mit dem Südafrikaner Chad Ho beim verfrühten Goldjubel gar in Robert-Harting-Manier den Schwimm-Anzug zerriss, fand den erst im Fotofinish entschiedenen zweiten Platz zunächst „natürlich ärgerlich“. „Aber ich bin Zweiter in der Welt, es geht ja nur ein bisschen besser“, schmunzelte Muffels, der bei der EM vor einem Jahr als Zweiter direkt vor Lurz angeschlagen hatte. Der zwölfmalige Weltmeister fand den Einstand der Jungspunde „super“, der 17-jährige Florian Wellbrock wurde Fünfter.

Bei Wunram kullerten sofort die Freudentränen, als sie beim Sieg der amerikanischen Titelverteidigerin Haley Anderson als Dritte anschlug. „Ich hatte noch nie so einen großen Erfolg, damit hätte ich im Leben nicht gerechnet“, schwärmte die deutsche Meisterin.

Nach 8 von 75 Entscheidungen steht das deutsche Team im Medaillenspiegel ordentlich da. Allerdings reichte es für fünf andere Wasserspringer nicht zum Finale, Nora Subschinski und Tina Punzel wurden im Endkampf vom Drei-Meter-Brett Elfte. In der Nationenwertung liegt China vor Russland vorn. Während die Asiaten das Wasserspringen dominierten, tat der WM-Gastgeber das beim Synchronschwimmen. Außer bei einer geglückten Premiere: Im Mixed-Synchronschwimmen gewannen Bill May und Christina Jones (USA).

dpa

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