EM war "letztes Spiel"

Nowitzki beendet Nationalkarriere

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Das EM-Spiel gegen Spanien war der letzte Auftritt von Dirk Nowitzki im DBB-Trikot.

Dallas - Nun ist es offiziell: Dirk Nowitzki wird nie wieder für die Nationalmannschaft auflaufen, die internationale Karriere des deutschen Basketball-Superstars ist nach 19 Jahren vorbei.

Es kam, was kommen musste, Dirk Nowitzki legt sein Nationaltrikot zur Seite. „Das letzte Spiel bei der EM war mein letztes Spiel für Deutschland“, bestätigte der Superstar der Bild am Sonntag, das Gesicht einer ganzen Sportart tritt nach 19 ereignisreichen Jahren im internationalen Basketball ab.

Die Entscheidung ist ein logischer, unvermeidlicher Schritt für die Ausnahmeerscheinung aus Würzburg. Nach der gescheiterten deutschen Bewerbung um ein Qualifikationsturnier für Olympia war vor wenigen Tagen der Traum des 37-Jährigen von einer Rückkehr zu den Sommerspielen geplatzt, Rio de Janeiro war für ihn die einzige Perspektive und Motivation.

Nowitzki hat viel zu erzählen, wenn es um seine Karriere im Nationalteam geht. Vom ersten Spiel, am 26. Februar 1997 in Portugal, oder vom letzten, am 10. September 2015 in Berlin. „Ich hatte Tränen in den Augen, und es fühlte sich nach Abschied an“, sagte er. Der Abgang war emotional - und bitter.

Das Aus nach der EM-Vorrunde durch die knappe Niederlage gegen den späteren Titelgewinner Spanien (76:77) war letztlich auch das Aus für Nowitzki, bei seinem ersten und einzigen großen Turnier in der Heimat. „Ich war nicht gut drauf, wir hatten Verletzungsprobleme“, sagte er selbstkritisch.

Der NBA-Superstar der Dallas Mavericks hat bemerkenswerte Erfolge mit dem Nationalteam gefeiert, die Höhepunkte waren der Gewinn der Bronzemedaille bei der WM 2002 in den USA, Silber bei der EM 2005 in Serbien und die Teilnahme an den Sommerspielen 2008 in Peking, als er die deutsche Olympia-Mannschaft bei der Eröffnungsfeier als Fahnenträger anführte.

Kein anderer Spieler hat den Sport hierzulande so geprägt wie der Vorzeigeprofi, auch wenn es nie mit einem Titel klappte. Nowitzki stand immer bereit, wenn der Deutsche Basketball Bund (DBB) rief. Selbst nach seinem persönlichen Highlight, dem Gewinn des NBA-Titels 2011, als er fast die gesamte Sommerpause opferte und bei der EuroBasket in Litauen auflief.

Es gibt keinen Ersatz für den „Langen“, Dennis Schröder wird in den kommenden Jahren die prägende Figur der deutschen Auswahl sein. Der NBA-Profi von den Atlanta Hawks ist erst 22 und steht noch am Anfang seiner Karriere, so wie Nowitzki, als er sein DBB-Debüt in Porto gab.

153-mal ist Nowitzki im Trikot mit der Nummer 14 aufgelaufen, im Verein trägt er die 41. Der Power Forward, Teilnehmer an zwei Welt- und sieben Europameisterschaften, hat 3045 Punkte verbucht, sein Schnitt pro Spiel liegt bei 19,9. Der Sechstplatzierte der „ewigen“ NBA-Scorerliste hat das DBB-Team geprägt, auch wenn die Europameisterschaften 2011 und 2015 unglücklich verliefen.

Stilvoll hat sich Nowitzki vor wenigen Monaten von den deutschen Fans verabschiedet, so wie es seine Art ist. In alle Richtungen verbeugte sich der bodenständige Familienvater in der Arena am Ostbahnhof vor dem Publikum, einmal noch soll es ähnliche Szenen geben.

„Der Deutsche Basketball Bund wird Dirk Nowitzki einen gebührenden Abschied als Spieler aus der Nationalmannschaft bereiten, wann und wo auch immer das geschehen wird“, hatte der Verband Anfang der Woche direkt nach dem Olympia-Aus bekannt gegeben. Nowitzki wird das Angebot gern annehmen. Der Weltstar weiß, was sich gehört.

sid

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