Vor Weltmeisterschaft in Oslo überzeugt der Teamgeist

Biathletinnen hoffen auf eine tolle WM

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Damen Bundestrainer Gerald Hönig.

Ruhpolding - Nur zwei Jahre nach der Olympia-Pleite von Sotschi sind die deutschen Biathletinnen wieder in der Spur.

Sechs Saisonsiege und weitere zehn Podestplätze machen vor der WM im März jede Menge Hoffnung.

Gemeinsam sind sie stark: Dank eines bemerkenswerten Teamgeists und einer Topbilanz lassen die deutschen Biathletinnen auf eine tolle WM im März in Oslo hoffen. Gut sechs Wochen vor den Titelkämpfen am berühmten Holmenkollen haben die Skijägerinnen schon sechs Siege und zehn weitere Podestplätze gesammelt, das Olympia-Debakel von Sotschi scheint vergessen. „Wir sind mit mehren Athletinnen in der Lage, ganz vorne anzugreifen. Und das ist viel wert. Das ist eine komfortable Situation in der weiteren Vorbereitung auf Oslo“, sagt Damen-Bundestrainer Gerald Hönig.

Das Team ist der Star

„Bei uns spendet man sich gegenseitig Schatten, es entsteht kein Neidfaktor“, beschreibt Hönig die Stimmung nach der Hälfte der Saison. „Der Druck verteilt sich auf mehrere Schultern, es beflügelt auch. Wir wissen genau: Alle haben ein ähnliches Niveau, jede kann nach vorne laufen. Ich finde es toll, in so einer starken Mannschaft zu sein“, kommentiert Laura Dahlmeier. Die Garmisch-Partenkirchnerin freut sich deshalb auch über die Erfolge ihrer Teamkolleginnen: „Es ist immer schöner, wenn jemand aus dem eigenen Team vor einem ist als von einer anderen Nation.“

Vor der zweiten Biathlon-Halbzeit hat die 22-Jährige mit vier Saison-Siegen den größten Anteil am Aufschwung. „Laura hat zu Recht die Leaderposition im Moment. Das was sie zeigt, ist ganz großer Sport. Sie ist auf jeden Fall Vorbild“, findet Maren Hammerschmidt. Die gebürtige Hessin hat im alten Jahr mit zwei Podestplätzen in Hochfilzen auf sich aufmerksam gemacht hat.

Biathlon ist wieder in

Biathlon ist wieder in. Die Achterbahn-Fahrt der Staffel beim Ruhpoldinger Weltcup-Finale war am Sonntag mit insgesamt 4,77 Millionen Zuschauern und einem Marktanteil von mehr als 30 Prozent die am stärksten beachtete Sportsendung im TV. Die Skijägerinnen stehen nach ihrer Erfolgsserie immer öfter im Blickpunkt, doch auch da gibt keinen großen Neidfaktor. „Wir teilen uns gut auf, im Moment. Ich freue mich über die Aufmerksamkeit, die ich bekomme. Aber Laura ist einfach on the top im Moment“, sagt Hammerschmidt.

Dabei hing die Biathlon-Karriere der 26-Jährigen genau wie die von Franziska Hildebrand nach schwachen Leistungen am seidenen Faden. Nun hat die im Ruhpoldinger Staffelrennen mit Platz zwei hinter der Ukraine geschonte Hildebrand schon zwei Saison-Siege in der Bilanz stehen. „Wir schaukeln uns gegenseitig hoch. So ist es leichter, gute Ergebnisse zu erzielen“ sagt die 28-Jährige.

Langsam aber sicher lässt das neue deutsche Damen-Team die Erinnerung an die großen alten Zeiten um Magdalena Neuner, Kati Wilhelm und Andrea Henkel verblassen. „Ich habe den Mädels eh immer mehr zugetraut als vielleicht die breite Öffentlichkeit“, sagte Rekordweltmeisterin Neuner bei ihrer Stipp-Visite in Ruhpolding.

Dahlmeier hat nun genau wie Trainer Hönig neben Medaillen bei der WM in Oslo den Angriff auf die Weltcup-Gesamtführung ausgegeben. „Einmal das Gelbe Trikot überzustreifen ist nun das Ziel. Das würde der ganzen Mannschaft nochmal Auftrieb geben. Wenn es dieses Jahr nicht passiert, dann eben in den kommenden Jahren. Und irgendwann wird sicher eine aus unserer Mannschaft das Gelbe Trikot gewinnen.“

dpa

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