"Die Sau rauslassen"

Sieg für Dahlmeier, Kristallkugel für Preuß

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Laura Dahlmeier holte sich den Sieg im Massenstartrennen.

Chanty-Mansijsk - Staffel-Weltmeisterin Laura Dahlmeier hat beim Weltcup-Finale der Biathleten in Chanty-Mansijsk ihren zweiten Saisonsieg gefeiert und für einen krönenden Saisonabschluss gesorgt.

Der „Wahnsinn“ hat gleich zwei Namen: Laura Dahlmeier und Franziska Preuß. Die jungen Staffelweltmeisterinnen haben es zum Abschluss einer überragenden Weltcup-Saison mit dem Sieg im Massenstart durch Dahlmeier und dem Gewinn der kleinen Kristallkugel für den Disziplin-Weltcup durch Preuß noch einmal richtig krachen lassen und sind in die Fußstapfen von Rekordweltmeisterin Magdalena Neuner getreten. Entsprechend klar war die Ankündigung für die große Abschluss-Party der Skijäger im russischen Chanty-Mansijsk: „Da wird die Sau rausgelassen.“

Für Bundestrainer Gerald Hönig war es schlicht „der Hammer“, was seine Frauen in diesem Winter geleistet haben. Preuß („Ich freue mich wahnsinnig“) schrieb nach dem WM-Silber in ihrer besten Disziplin gleich noch ein bisschen deutsche Biathlon-Geschichte. Als erste DSV-Athletin nach der 2012 zurückgetretenen Neuner holte sich die 21-Jährige eine Kristallkugel. Neuner hatte vor drei Jahren den Gesamtweltcup und den Sprintweltcup gewonnen.

Von „Gold-Lena“ gab es Glückwünsche via Facebook: „Gänsehaut pur! Super Franzi! Gratuliere ganz herzlich!!!“ Für Neuner war es „einfach nur unglaublich. Laura schafft (...) noch einmal einen Weltcupsieg und Franzi nimmt die kleine Kugel im Massenstart mit nach Hause. Ist das nicht der absolute Hammer?!“

„Alles erscheint jetzt rosarot für die Zukunft, aber wir werden uns alles wieder hart erarbeiten müssen“, sagte Hönig und kündigte an, dass sein Team „die Bodenhaftung behalten“ wird.

Als Preuß, die sich beim letzten Schießen zwei Fehler geleistet hatte, als Sechste über die Ziellinie fuhr, wartete dort schon die strahlende Laura Dahlmeier. Auf der Schlussrunde hatte die Verfolgungs-Vizeweltmeisterin die ebenfalls fehlerfreie Tschechin Gabriela Soukalova noch abgefangen. Nach den Plätzen zwei und drei für Dahlmeier und Preuß in der Verfolgung am Samstag reichte es diesmal zum Sieg.

„Es war brutal hart, ich hätte es nicht mehr für möglich gehalten“, sagte Dahlmeier nach ihrem zweiten Saisonerfolg: „Ich habe gekämpft bis zum Umfallen.“

Die große Kristallkugel für die Gewinn des Gesamtweltcups ging erstmals an die dreimalige Olympiasiegerin Darja Domratschewa aus Weißrussland, die zum Abschluss noch einmal Vierte wurde.

Franziska Hildebrand Clausthal-Zellerfeld/2 Schießfehler) beendete ihre starke Saison mit Rang neun und ist als Fünfte beste DSV-Athletin im Gesamtweltcup. Vanessa Hinz (Schliersee/4) belegte Rang 23, Luise Kummer (Frankenhain/6) Rang 27.

Ein bisschen im Schatten des überragenden Frauen-Duos standen die Staffel-Weltmeister Erik Lesser und Arnd Peiffer, die in ihrem letzten Saisonrennen über 15 km im Massenstart das Podest verpassten.

Lesser (Frankenhain/1 Schießfehler) und Peiffer (Clausthal-Zellerfeld/2) vergaben durch Fehler im letzten Schießen alle Chancen. Peiffer landete beim Sieg von Weltmeister Jakov Fak aus Slowenien als bester Deutscher auf dem siebten Platz, Verfolgungs-Weltmeister Lesser belegte Rang 13 noch hinter dem achtplatzierten Daniel Böhm (Buntenbock/1).

Hinter dem fehlerfreien Fak komplettierten der Russe Anton Schipulin (2), der sich die kleine Kristallkugel für den Massenstart-Weltcup sicherte, und der Norweger Tarjei Boe (1) das Podium. Zum König der Skijäger krönte sich der Franzose Martin Fourcade, der sich in Sibirien als erster Athlet überhaupt zum vierten Mal in Folge den Gesamtweltcup sicherte. „Ich fühle mich wie ein ganz normaler Typ“, gab sich der Dominator bescheiden.

Benedikt Doll (Breitnau/5), der mit den Plätzen drei und zwei in Sprint und Verfolgung überrascht hatte, leistete sich im letzten Stehendanschlag vier Fehler („Wäre am liebsten im Bett geblieben“) und landete nur auf Rang 22. Vor ihm lag Johannes Kühn (Reit im Winkl/3) als 19., Florian Graf (Eppenschlag/6) belegte Rang 29.

Für Simon Schempp (Uhingen) war die Saison wegen einer Erkältung bereits vor dem Wochenende vorzeitig beendet. Er verpasste damit auch die Chance, im Gesamtweltcup noch auf Rang drei zu springen.

sid

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