Biathlon-Doppelerfolg für Dahlmeier und Hildebrand

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Laura Dahlmeier blieb am Schießstand fehlerfrei und siegte mit einer Sekunde Vorsprung. Foto: Daniel Dal Zenaaro

Nove Mesto - Laura Dahlmeier und Franziska Hildebrand haben beim Weltcup im tschechischen Nove Mesto den deutschen Biathletinnen einen Doppelerfolg beschert.

Laura Dahlmeier und Franziska Hildebrand strahlten auf dem Siegerpodium Arm in Arm um die Wette. Nach ihrem überraschenden Sprint-Doppelerfolg genossen die beiden Deutschen die Ovationen der über 35 000 Fans in der ausverkauften Biathlon-Arena von Nove Mesto. „Es ist der Wahnsinn, ich kann es noch gar nicht fassen“, sagte Laura Dahlmeier noch ein bisschen ungläubig, aber überglücklich am Samstag im ZDF. Dank einer perfekten Renneinteilung und eines tadellosen Schießens holte sich die erst 21-Jährige den ersten Weltcupsieg ihrer Karriere.

Hildebrand bejubelte nach dem besten Rennen ihrer Laufbahn den langersehnten ersten Podestplatz, wenngleich ihre Teamkollegin der 27-Jährigen den ganz großen Triumph um eine Sekunde vor der Nase wegschnappte. „Ich freue mich, dass es so ist, auch wenn es so knapp ist. Dabei hatte ich mich nach der Mixed-Staffel gestern müde gefühlt“, sagte die älteste deutsche Skijägerin, die zuvor immer wieder knapp am Podium vorbei gelaufen war. Den dritten Rang sicherte sich die Tschechin Veronika Vitkova (1 Fehler/+ 13,9 Sekunden).

Zuletzt hatten die deutschen Biathletinnen am 13. Februar 2011 in Fort Kent im Massenstart einen Doppelerfolg durch Magdalena Neuner und Andrea Henkel gefeiert. Damals schaffte das deutsche Damen-Team zuvor im Sprint sogar einen Dreifacherfolg (Henkel/Gössner/Neuner) und in der Verfolgung einen weiteren Doppelsieg (Henkel/Neuner).

Dahlmeier profitierte bei ihrem Überraschungscoup auch von der „Mithilfe“ der diesmal geschlagenen Weltcup-Spitzenreiterin Kaisa Mäkäräinen (7.). Die Finnin, die mit Darja Domratschewa das Laufniveau bestimmt, zog in ihrem Windschatten Dahlmeier Richtung Ziel. „Die Techniker haben zu mir gesagt, bleib dran. Ich dachte, ich schaffe es nicht. Ich musste meinen Schweinehund überwinden und war dann im Schlusssprint sogar vor Kaisa“, erzählte Dahlmeier begeistert. Dabei ist sie immer noch von ihrer Fußverletzung aus dem Sommer ein bisschen gehandicapt: „Das Wichtigste ist, dass man das im Wettkampf alles ausblendet. Das habe ich geschafft.“

Damit verschafften sich Dahlmeier und Hildebrand eine hervorragende Ausgangsposition für die Verfolgung am Sonntag, für die sich alle sechs deutsche Biathletinnen qualifizierten.

Nicht so gut lief es für Miriam Gössner, für die die WM-Teilnahme immer unwahrscheinlicher wird. Sie wurde nach fünf Strafrunden 49. (+ 2:19,8 Minuten). „Die Zuversicht bleibt natürlich. Die WM ist in vier Wochen, da ist noch kein Zug abgefahren“, sagte Gössner. Vanessa Hinz (0/+ 54,4 Sekunden) wurde Zwölfte, Luise Kummer (1/+ 1:23,2 Minuten) 29., und Tina Bachmann (3/+ 2:27,5 Minuten) kam auf Rang 51.

Vor dieser Saison hatten nach dem Neuaufbau und dem ungewissen Comeback von Miriam Gössner dem Frauen-Team nur wenige etwas zugetraut. Bundestrainer Gerald Hönig warb um „Welpenschutz“ für seine Mädels. Doch schneller als erwartet zeigt das jüngste Frauen-Team der Geschichte sein großes Potenzial. Schon zwei Staffelsiege, Platz zwei durch Franziska Preuß im Massenstart von Ruhpolding und Rang drei für Dahlmeier (Sprint Antholz) standen vor Nove Mesto zu Buche. „So einen Tag müssen wir genießen. Unser Plus war heute unsere Leistung am Schießstand“, meinte Hönig.

dpa

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