Risiko 

Zika-Virus: So gefährlich ist es für Schwangere

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Das Zika-Virus wird durch Aedes-Stechmücken auf den Menschen übertragen. Die Asiatische Tigermücke kann mehr als 20 teils gefährliche Viren auf den Menschen übertragen, darunter auch das Chikungunya-Virus und das Dengue-Virus.

Derzeit grassiert in Südamerika das Zika-Virus. Besonders für Schwangere ist das Virus gefährlich, weil es zu schweren Schäden des Ungeborenen führen kann.

Das Zika-Virus wird von der Stechmückenart Aedes aegypti übertragen Wegen der grassierenden Zika-Viren raten deutsche Experten Schwangeren vor Reisen in die betroffenen Länder Lateinamerikas ab. Die Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin (DTG) und das Auswärtige Amt empfehlen, Reisen in die Ausbruchsgebiete "möglichst zu vermeiden". Auch in den USA haben sich schon Menschen mit dem Zirka-Viren infiziert, wie die Gesundheitsbehörde CDC berichtet.

Das Zika-Virus steht im Verdacht die Ursache für Schädelfehlbildungen (Mikrozephalie) bei Neugeborenen zu sein.  

Was ist das Zika-Virus?

Das Virus wurde erstmals 1947 in Uganda bei einem Affen entdeckt. Benannt ist es nach einem südlich der ugandischen Hauptstadt Kampala gelegenen Wald. Das Zika-Virus gehört ebenso wie die Viren des Gelbfiebers und des Dengue-Fiebers zur Familie der Flaviviridae. Der erste Fall beim Menschen wurde nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) 1968 bekannt. Übertragen wird das Virus durch infizierte Stechmücken, darunter der Gelbfiebermücke (Aedes aegypti) und der Asiatischen Tigermücke (Aedes albopictus).

Welche Symptome treten auf?

In bis zu 80 Prozent der Fälle bleibt die Infektion unbemerkt. In den anderen Fällen ähneln die Symptome einer Grippe: Die Infizierten leiden unter Fieber, Kopfschmerzen und Muskelbeschwerden. Außerdem kann Hautausschlag auftreten. Bindehautentzündungen und Augenschmerzen sind ebenfalls möglich, ebenso wie Schwellungen an Händen oder Füßen.

Welche Komplikationen gibt es?

Bislang wurde noch kein Todesfall im Zusammenhang mit Zika gemeldet. Allerdings sind schwere neurologische Schäden wie etwa das Guillain-Barré-Syndrom, eine entzündliche Nervenkrankheit, bekannt. Für Schwangere ist das Virus besonders gefährlich: Es kann sich auf das ungeborene Kind übertragen und zu Hirnfehlbildungen sowie möglicherweise zu Mikrozephalie führen, einem abnormal kleinen Kopf. Die USA rieten bereits Schwangeren von Reisen nach Südamerika ab.

Welche Behandlungsmethoden gibt es?

Es gibt bislang weder einen Impfstoff noch ein gezieltes Medikament zur Behandlung Erkrankter. Einzig möglich ist es daher, die Beschwerden mit Schmerzmitteln zu lindern. Um sich in den betroffenen Regionen gegen Mückenstiche zu schützen, helfen lange Hosen und Hemden, Insektenmittel und Moskitonetze. Infizierte sollten unbedingt weitere Mückenstiche vermeiden, um den Verbreitungskreislauf zu durchbrechen.

Wo tritt das Zika-Virus auf?

Nach Zika-Fällen in Afrika, Asien und dem Pazifik-Raum erreichte das Virus im vergangenen Jahr Südamerika. Dort ist Brasilien besonders betroffen. Auch Kolumbien rechnet in diesem Jahr mit mehreren hunderttausend Infektionen. Florida meldete am Mittwoch drei erste Fälle - alle Betroffenen hatten sich offenbar bei Reisen in Südamerika angesteckt. Da die Asiatische Tigermücke inzwischen auch in Südeuropa heimisch ist, sind Zika-Fälle hierzulande und in anderen europäischen Staaten ebenfalls nicht ausgeschlossen.

AFP/dpa

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