Tödliche Explosionen

Explosionen in Diyarbakir: Tote bei Anschlag

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Explosionen erschüttern eine Wahlkundgebung der Opposition in der südosttürkischen Kurden-Metropole Diyarbakir. Foto: Sedat Suna

Istanbul - Bei Explosionen während einer Wahlkampfveranstaltung der pro-kurdischen HDP sterben mindestens drei Menschen.

Bei den tödlichen Explosionen bei einer Veranstaltung der pro-kurdischen Oppositionspartei HDP in Diyarbakir hat es sich um einen Anschlag gehandelt. Das bestätigte Agrarminister Mehdi Eker nach Angaben der Nachrichtenagentur Anadolu am Samstag in Diyarbakir. Bei der ersten Explosion am Freitag in der südosttürkischen Stadt habe es sich mit Sicherheit um den Sprengstoff TNT gehandelt. Bei der zweiten Explosion sei mit „hoher Wahrscheinlichkeit“ TNT verwendet worden. Dem Sprengstoff seien Kugeln beigefügt worden. Eker kandidiert bei der Parlamentswahl am Sonntag in Diyarbakir für die islamisch-konservative Regierungspartei AKP.

 Die Ko-Bürgermeisterin der südtürkischen Stadt, Gültan Kisanak, sprach am Samstag sogar von vier Toten. Mindestens 220 weitere Menschen wurden nach Angaben von Ärzten zum Teil lebensgefährlich verletzt. Die Nachrichtenagentur DHA berichtete, 20 Menschen befänden sich in kritischem Zustand.

Die Ursache der Explosionen vom Freitag war zunächst unklar. Regierungschef Ahmet Davutoglu sagte im Sender Star TV, es werde noch ermittelt. Es handele sich jedoch eindeutig um „Sabotage“ und eine „Provokation“. Weiter sagte er: „Das war nicht gegen eine Partei gerichtet, das war ein Angriff auf die Demokratie.“ Teilnehmer der HDP-Kundgebung hatten jedoch unmittelbar nach dem Anschlag Präsident Recep Tayyip Erdogan in Sprechchören als „Mörder“ beschimpft.

Der Ko-Vorsitzende der HDP, Selahattin Demirtas, rief am Samstag erneut zur Ruhe auf: „Wir werden nicht mit Wut handeln, wir werden mit dem Gewissen handeln und zur Wahlurne gehen“, sagte er in Istanbul. An diesem Sonntag wählen die Türken ein neues Parlament. Sollte die HDP die Zehnprozenthürde überwinden, könnte die AKP ihre absolute Mehrheit verlieren. Gewalttätige Proteste von HDP-Anhängern könnten die Partei nach Einschätzung politischer Beobachter Stimmen kosten, Besonnenheit ihr aber zusätzliche Sympathien einbringen.

Augenzeugen berichteten, sie hätten nach der Explosion Metallkugeln gefunden, wie sie auch in Sprengsätzen verwendet werden, um möglichst viele Menschen zu verletzen. Mehmet Sahin (37), der schwer verletzt wurde, sagte: „Natürlich war das eine Bombe. Am ganzen Körper habe ich Verbrennungen und Wunden.“ Krankenschwestern sagten der Deutschen Presse-Agentur, dass sie Splitterwunden behandeln mussten.

Die Nachrichtenagentur DHA berichtete, zunächst habe es eine kleine Detonation in einem Mülleimer gegeben. Kurz darauf eine große Explosion. Ein 58-Jähriger namens Burhan Kabak sagte: „Ich habe zwei Explosionen innerhalb von rund fünf Minuten gehört. Ich habe viele verletzte Menschen auf dem Boden gesehen. Da war so viel Blut.“

Die Nachrichtenagentur Anadolu hatte zunächst gemeldet, ein Trafo sei explodiert. Energieminister Taner Yildiz schloss einen Defekt an einem Transformator nach Angaben der Nachrichtenagentur DHA aber aus.

dpa

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