Abtrünnige Region in Georgien

Wahlen in Abchasien - Chadschimba liegt vorn

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Machtwechsel in Abchasiens Hauptstadt Suchumi.

Suchumi - Bei den Wahlen in der abtrünnigen Region Abchasien zeichnet sich ein Sieg ab. Der frühere Regierungschef Raul Chadschimba soll mit 50,57 Prozent vorne liegen.

In dem von Georgien abtrünnigen Konfliktgebiet Abchasien am Schwarzen Meer hat Ex-Regierungschef Raul Chadschimba nach Behördenangaben die Präsidentenwahl gewonnen. Der 56-Jährige erhielt dem vorläufigen Endergebnis zufolge 50,57 Prozent der Stimmen, wie die Wahlleitung in Suchumi am Montag mitteilte.

Die EU und die USA haben die Abstimmung als unrechtmäßig kritisiert. Hingegen gratulierte Kremlchef Wladimir Putin dem prorussischen Politiker. Moskau hat in dem früheren sowjetischen Ferienparadies mit Palmenstränden und Bergen eine Schutzmacht von rund 5000 Soldaten stationiert.

Russland hatte Abchasien und das ebenfalls von Georgien abtrünnige Südossetien nach einem Krieg 2008 gegen internationalen Protest als unabhängige Staaten anerkannt.

Chadschimbas Anhänger feierten den Sieg ihres Kandidaten mit wilden Straßentänzen und einem Feuerwerk in Suchumi. Der künftige Präsident kündigte Reformen an, um die Region, die etwa halb so groß ist wie Schleswig-Holstein, zu stabilisieren. „Wir brauchen eine vernünftige Nutzung unserer Ressourcen und eine gerechte Verteilung der Hilfe aus Moskau“, sagte Chadschimba.

„Das Wichtigste ist nun, dass Chadschimba fähige Mitarbeiter findet, die vielleicht sogar einen Vorstoß wagen für bessere Beziehungen zu Georgien“, sagte der russische Politikwissenschaftler Alexej Martynow.

Das offizielle Wahlergebnis soll an diesem Mittwoch vorliegen. Insgesamt hatten sich vier Kandidaten um das Amt beworben. Renommierte internationale Organisationen wie die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) hatten keine Wahlbeobachter entsandt.

Die Wahl war nötig geworden, nachdem der bisherige Präsident Alexander Ankwab im Frühjahr nach Massenprotesten zurückgetreten war. Kritiker werfen ihm vor, für wachsende Korruption, Kriminalität und Armut verantwortlich zu sein. Abchasien mit rund 240 000 Einwohnern lebt vor allem von Finanzhilfen aus Russland sowie Einkünften aus dem Tourismus, dem Export von Zitrusfrüchten und von Holz.

dpa

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