Heikle Mission beendet

600 Tonnen Chemiewaffen auf Schiff vernichtet

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Das US-Marineschiff "Cape Ray" (Archivfoto).

Washington - Abschluss einer heiklen Mission im Mittelmeer: Alle von Syrien deklarierten Bestände zur Produktion von Chemiewaffen sind auf einem US-Spezialschiff vollständig zerstört worden.

600 Tonnen Chemikalien zur Herstellung des Giftgases Sarin und von Senfgas wurden "auf offener See neutralisiert", wie das Pentagon am Montag mitteilte. US-Präsident Barack Obama sprach von einem Meilenstein im Kampf gegen die Verbreitung von Massenvernichtungswaffen.

US-Verteidigungsminister Chuck Hagel gab die Erfolgsnachricht nach einem Telefonat mit dem Kommandanten des US-Marineschiffes "Cape Ray" bekannt. Die Beseitigung der giftigen Chemikalien an Bord des Frachters hatte Anfang Juli im Mittelmeer begonnen, da zuvor eine Entsorgung des Gefahrenguts an Land von allen angefragten Drittstaaten abgelehnt worden war.

Im Zuge des Hydrolyse-Verfahrens, für das zwei Spezialanlagen auf der "Cape Ray" installiert worden waren, wurden die chemischen Kampfstoffe mit heißem Wasser und verschiedenen Zusatzstoffen unschädlich gemacht. Die nur noch schwach toxischen Reste wurden anschließend in Tanks gefüllt und in zwei Spezialanlagen im niedersächsischen Munster und in Finnland beseitigt. Die US-Streitkräfte hatten versichert, dass bei dem Prozess keine Giftstoffe ins Mittelmeer gelangen würden.

Vom Abschluss der Mission gehe "eine klare Botschaft aus, dass der Gebrauch dieser abscheulichen Waffen Folgen hat und von der internationalen Gemeinschaft nicht toleriert wird", erklärte Obama. Allerdings müssten die USA auch weiterhin streng darüber wachen, dass Syrien seine verbliebenen Produktionsstätten für Chemiewaffen ebenfalls zerstöre.

US-Außenminister John Kerry betonte, dass es nach wie vor "viel Arbeit gibt, die erledigt werden muss". Die Zerstörung der Chemiewaffen sei dennoch wichtiger Erfolg im Bemühen, das tödliche Arsenal von Syriens Machthaber Baschar al-Assad unschädlich zu machen. Darüber hinaus würden die USA auch weiterhin die moderate Opposition in Syrien politisch, finanziell und anderweitig unterstützen, versprach Kerry.

Syriens Präsident Assad hatte im Oktober 2013 der Vernichtung sämtlicher chemischer Kampfstoffe unter Aufsicht der Organisation für das Verbot von Chemiewaffen (OPCW) zugestimmt, nachdem die USA wegen eines Giftgasangriffs mit bis zu 1400 Toten nahe Damaskus mit einem Militärangriff gedroht hatten. Wegen der Kämpfe im syrischen Bürgerkrieg verzögerte sich der Einsatz zur Verschiffung und Zerstörung der Chemiewaffen immer wieder. Insgesamt wurden 1300 Tonnen chemischer Kampfstoffe außer Landes geschafft.

AFP

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