Stets kühler Kopf und Führungswille

"Time"-Magazin kürt Merkel zur "Person des Jahres" 2015

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Angela Merkel ist vom New Yorker "Time"-Magazin als "Person des Jahres" 2015 ausgezeichnet worden. Foto: Sven Hoppe/Archiv

Ukraine, Griechenland, Flüchtlinge, Euro: Krise auf Krise hatte Angela Merkel dieses Jahr zu bewältigen - stets mit einem kühlen Kopf und dem Willen, Führung zu übernehmen. Ihr Ansehen im Ausland wächst stetig. Nun ehrt sie sogar das "Time"-Magazin.

New York (dpa) - Bundeskanzlerin Angela Merkel ist vom New Yorker "Time"-Magazin als "Person des Jahres" 2015 ausgezeichnet worden.

Die 61-jährige CDU-Politikerin habe sich im Kampf gegen die Pleite Griechenlands, in der Flüchtlingskrise und nach den Pariser Terrorattacken trotz starken Widerstands im eigenen Land engagiert, schrieb das Journal zur Begründung. Auch Merkels Einsatz in der Eurokrise und dem Konflikt in der Ukraine wurde gewürdigt.

Zur Begründung schreibt "Time": "Bei Merkel schwang ein anderer Wertekanon - Menschlichkeit, Güte, Toleranz - mit, um zu zeigen, wie die große Stärke Deutschlands zum Retten statt zum Zerstören genutzt werden kann. Es ist selten, einen Anführer bei dem Prozess zuzusehen, eine alte und quälende nationale Identität abzulegen." Merkel habe von ihren Bürgern mehr gefordert, als die meisten Politiker sich trauten, sie sei gegen Tyrannei und Eigeninteressen eingetreten und habe in einer Welt mit wenig Vorbildern eine "unerschütterliche moralische Führung" geboten.

Regierungssprecher Steffen Seibert sagte: "Ich bin sicher, die Bundeskanzlerin empfindet das als Ansporn für ihre politische Arbeit für eine gute Zukunft für Deutschland wie auch für Europa." Bei der "Time"-Nennung geht es nicht um eine moralische Würdigung, sondern um den größten Einfluss. Auch Adolf Hitler und Sowjet-Diktator Josef Stalin zählten bereits zu den "Menschen des Jahres".

Auf Platz zwei der diesjährigen "Time"-Rangliste folgt der selbst ernannte Kalif der Terrororganisation Islamischer Staat (IS), Abu Bakr al-Bagdadi. "Zusammen mit seinen ambitionierten territorialen Zielen im Nahen Osten hat al-Bagdadi die apokalyptische Vision eines abschließenden Kampfes zwischen den Kräften des radikalen Islam und dem Westen ausgearbeitet", hieß es zur Wahl des Zweitplatzierten.

Auf Platz Drei und Vier kommen der republikanische Spitzenkandidat im Rennen ums Weiße Haus, Donald Trump, und die US-Bürgerrechtsbewegung "Black Lives Matter" (Schwarze Leben zählen). "Ich habe Euch gesagt, dass das "Time"-Magazin mich nicht als Person des Jahres wählen würde, obwohl ich der große Favorit war. Sie haben die Person gewählt, die Deutschland ruiniert", twitterte Trump trotzig.

Die "Time"-Redaktion würdigt seit 1927 die einflussreichsten Persönlichkeiten des Weltgeschehens. Vergangenes Jahr waren es die Mediziner im Kampf gegen Ebola, 2013 Papst Franziskus. Merkel ist seit fast 30 Jahren die erste Frau, die mit dem Titel gekürt wird.

Begründung der Redaktion

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