Tausende Kosovaren fordern Rücktritt der Regierung

+
An der Fassade des Regierungsgebäudes in Pristina zerschellt ein Molotowcocktail. Foto: Valdrin Xhemaj

Pristina (dpa) - Tausende Kosovo-Albaner haben in Pristina demonstriert, um die Regierung zu stürzen. Während Kräfte der Spezialpolizei am Samstag das Regierungsgebäude in der Hauptstadt sicherten, warfen die Demonstranten Steine und Molotowcocktails.

Die Polizei reagierte darauf mit dem Einsatz von Tränengas. Der Protest wurde von allen Oppositionsparteien sowie von regierungskritischen Gruppen wie dem Bauernverband organisiert. "Die Regierung wird heute fallen", kündigten Redner an.

Die Menschen verlangen den Rücktritt der Regierung und Neuwahlen, weil sie der serbischen Minderheit eine weitgehende Autonomie eingeräumt hat. Damit werde das seit sechs Jahren selbstständige kleine Balkanland zweigeteilt, kritisieren sie. Ein entsprechendes Abkommen war von der EU nach monatelangen Verhandlungen vermittelt worden. "Für ein souveränes Land", lautete daher das Motto der Demonstration.

Die Opposition hatte in dem Land mit zwei Millionen Einwohnern 200 000 Unterschriften für eine Volksabstimmung gesammelt, die von der Regierung aber abgelehnt wird. Oppositionsabgeordnete hatten in den vergangenen Monaten das Parlament mit Tränengas lahmgelegt. Einige Abgeordnete wurden verhaftet und später unter Hausarrest gestellt.

Live Ticker der Zeitung Gazeta Express mit Fotos und Videos, Albanisch

Berichterstattung des Portals KoSSev, Serbisch

Kommentare

Meistgelesen

Merkel erfreut über Van-Der-Bellen-Sieg: „Ansatz ist richtig“
Merkel erfreut über Van-Der-Bellen-Sieg: „Ansatz ist richtig“
Flüchtlings-Satire sorgt für Empörung - Bundespressekonferenz entschuldigt sich
Flüchtlings-Satire sorgt für Empörung - Bundespressekonferenz entschuldigt sich
Renzi kündigt nach klarer Niederlage Rücktritt an
Renzi kündigt nach klarer Niederlage Rücktritt an
Kabarettist Somuncu will Bundeskanzler werden
Kabarettist Somuncu will Bundeskanzler werden
Aufreger bei „Hart aber fair“: CDU-Mitglied zählt Merkel an
Aufreger bei „Hart aber fair“: CDU-Mitglied zählt Merkel an