Laut Beobachtungsstellen

Syrische Armee südlich von Aleppo auf Vormarsch

Aleppo - In Syrien sind die von russischen Luftangriffen unterstützten Regierungstruppen südlich der Wirtschaftsmetropole Aleppo auf dem Vormarsch berichtet eine Beobachtungsstelle.

Nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechteie nähern sich die Truppen demnach am Freitag dem südlichen Stadtrand von Aleppo, während russische Kampfflugzeuge umliegende Ortschaften bombardierten.

Ziel der neuen Offensive seien die 15 Kilometer von Aleppo entfernten Dörfer Abtin und Kaddar. Seit Donnerstag habe es in dem Abschnitt "dutzende" Angriffe der russischen Luftwaffe gegeben, sagte der Leiter der in Großbritannien ansässigen Beobachtungsstelle, Rami Abdel Rahman.

Das weitgehend zerstörte Aleppo ist seit Juli 2012 in zwei Sektoren geteilt. Den Westen kontrolliert die Regierung, im Osten haben die islamistische Al-Nusra-Front und ihre Verbündeten das Sagen. Die Al-Nusra-Front ist der syrische Ableger des Al-Kaida-Netzwerks.

Ein Mitglied des russischen Generalstabs teilte unterdessen mit, seit dem 30. September habe die russische Luftwaffe mehr als 600 Einsätze in Syrien geflogen. Dabei seien mehr als 380 Ziele der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) getroffen worden, sagte der General Andrej Kartapolow der Zeitung "Komsomolskaja Prawda" am Freitag.

Bei den Kämpfen in der Provinz Homs wurden der Beobachtungsstelle zufolge am Donnerstag 43 Zivilisten und 17 Rebellen getötet. Seit dem Beginn der Kämpfe im März 2011 wurden demnach in Syrien insgesamt 250.124 Menschen getötet. Unter den Toten seien 74.426 Zivilisten, darunter 12.517 Kinder.

Die Zahl der Toten unter den für die Regierung kämpfenden Einheiten gab die Beobachtungsstelle mit 91.678 an, darunter allein 52.077 Regierungssoldaten. Außerdem zählte sie 971 tote Kämpfer der schiitischen Hisbollah-Miliz aus dem Libanon. Im August hatte die Beobachtungsstelle die Gesamtzahl der Toten mit 240.381 angegeben.

Die in Opposition zur syrischen Regierung stehende Beobachtungsstelle hat ihren Sitz in Coventry. Sie sammelt und veröffentlicht Informationen über Menschenrechtsverletzungen in Syrien und stützt sich dabei auf ein Netzwerk von Informanten vor Ort. Von unabhängiger Seite sind die Informationen kaum zu überprüfen.

AFP

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