Studie

Abstiegsrisiken für die Mittelschicht gestiegen

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Schuldnerberatung: Das Risiko von Angehörigen der Mittelschicht, gemessen an den Einkommen abzusteigen, ist gewachsen.

Berlin - Die Schere zwischen Arm und Reich klafft in Deutschland einer Studie zufolge immer weiter auseinander. Dabei ist das Risiko von Angehörigen der Mittelschicht gewachsen, gemessen an den Einkommen abzusteigen.

"Der Aufschwung kommt nicht bei allen an", sagte die Studienautorin Dorothee Spannagel vom Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institut der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung in Berlin. Nach der Untersuchung nahm die Einkommensungleichheit in Deutschland seit Ende der 90er Jahre bis 2005 kontinuierlich zu, bis 2010 sank sie, ab da sei die Schere bis zum vergangenen Jahr wieder stärker aufgegangen. EU-weit liege Deutschland im oberen Mittelfeld.

Eine Ursache sei die wachsende Bedeutung der Kapitaleinkünfte im Verhältnis zu den Löhnen, sagte Spannagel. Trotz gestiegener Löhne und Gehälter stagnierte der Anteil der Löhne am Volkseinkommen bei gut 69 Prozent. Insgesamt gelten gut 14 Prozent der Menschen in Deutschland als arm mit weniger als 60 Prozent des Einkommens.

"Für den Mittelstand haben sich die Aufstiegschancen verringert, die Abstiegsrisiken haben zugenommen", sagte Spannagel. In den Jahren seit 2005 seien etwa deutlich mehr Menschen aus der unteren Mitte der Einkommensverteilung abgestiegen als dies in den 80er Jahren der Fall war. Hierbei wurden nur westdeutsche Daten betrachtet.

dpa

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