"Bedrohung noch nie so groß"

Fünf Anschläge in Frankreich verhindert

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Manuel Valls.

Paris - Nie zuvor bedrohten islamistische Terroristen Frankreich in dieser Form. Die Sicherheitskräfte vereitelten bereits fünf Anschläge. Nun sollen auch Kirchen besonders geschützt werden.

Frankreich bleibt im Visier islamistischer Terroristen. In den vergangenen Monaten seien fünf Terroranschläge verhindert worden, sagte Premierminister Manuel Valls am Donnerstag dem Sender France Inter. „Die Bedrohung war noch nie so groß, wir waren in unserer Geschichte noch nie mit dieser Art von Terrorismus konfrontiert“, sagte Valls. Für Frankreich seien knapp 1600 Menschen erfasst, die in terroristische Netzwerke verstrickt seien.

Zuvor war am Mittwoch bekanntgeworden, dass die Polizei mit der Festnahme eines 24-Jährigen einen Terrorangriff vermutlich auf eine Kirche südlich von Paris vereitelt hat. Die Staatsanwaltschaft sucht zudem nach möglichen Komplizen. Der Verdächtige soll Kontakte nach Syrien gehabt haben. Auch Valls bekräftigte, dieser Typ von Menschen handele nicht allein.

Der Regierungschef will religiöse Stätten im Land weiter intensiv schützen lassen. Aktuell würden 178 katholische Einrichtungen speziell überwacht. In Frankreich gibt es rund 45 000 solcher Einrichtungen.

Seit der Terrorwelle vom Januar, bei der mit dem Attentat auf „Charlie Hebdo“ und einen jüdischen Supermarkt 20 Menschen getötet wurden, gilt im Großraum Paris die höchste Alarmstufe. Jüdische Einrichtungen und öffentliche Plätze werden besonders geschützt.

Innenminister Bernard Cazeneuve kündigte am Donnerstag an, den Alarmplan Vigipirate mit Blick auf Kirchen im Land anpassen zu wollen. Der Erzbischof von Paris André Vingt-Trois wies darauf hin, in einem freien Land könnten nicht alle Menschen beschützt werden. Zuvor hatte die Bischofskonferenz dazu aufgefordert, gegenüber einer terroristischen Bedrohung, die Angst verbreiten wolle, nicht klein beizugeben.

Regierungschef Valls verteidigte ein umstrittenes Gesetz, mit dem Nachrichtendienste mehr Überwachungsmöglichkeiten bekommen sollen. Gleichzeitig räumte er ein, Attentate könne nicht hundertprozentig ausgeschlossen werden. „Nein, sicher nicht“, sagte Valls. Frankreich werde für Werte wie Freiheit und Demokratie angegriffen. Deswegen müsse der Krieg gegen den Terrorismus geführt werden.

Französische Streitkräfte sind Teil einer internationalen Koalition gegen die Terrormiliz Islamischer Staat und bekämpfen seit mehr als zwei Jahren Islamisten in Mali und der Sahel-Zone.

dpa

Frankreich: Sicherheitsmaßnahmen für Kirchen, Synagogen und Moscheen

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