Durchbruch eher unwahrscheinlich

Post und Kitas: Tarifkonflikte werden fortgesetzt

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Sowohl bei der Post, als auch in den Kitas suchen die Beteiligten weiter nach einer Lösung in den Tarifkonflikten.

Berlin - Im Tarifkonflikt um die Erzieher an kommunalen Kitas setzen Arbeitgeber und Gewerkschaften am Vormittag in Berlin ihre Verhandlungen fort. Auch

Ein schneller Durchbruch im Tarifkonflikt um die Erzieher gilt aber als wenig wahrscheinlich. Beide Seiten haben sich bereits den Mittwoch für eine Fortsetzung der Gespräche freigehalten. Am Donnerstag kommt dann die Streikdelegiertenversammlung von Verdi in Frankfurt/Main zusammen.

Nach drei Wochen Kita-Streik hatten sich Arbeitgeber und Gewerkschaften am Montag erstmals wieder an den Verhandlungstisch gesetzt. Die Gespräche dauerten bis zum späten Abend. Beide Seiten betonten ihren grundsätzlichen Einigungswillen, im Kernpunkt einer Verbesserung für alle Erzieher und Sozialarbeiter lagen sie aber noch weit auseinander.

Die Gewerkschaften wollen den Arbeitskampf daher zunächst fortsetzen. In Düsseldorf hat die Gewerkschaft Verdi an diesem Dienstag mehr als 10 000 Kita-Erzieherinnen und Sozialarbeiter zu einer Demonstration aufgerufen. Dabei ist auch eine Kundgebung vor dem nordrhein-westfälischen Landtag geplant.

Höhere Eingruppierung gefordert

Die Gewerkschaften fordern eine höhere Eingruppierung der bundesweit rund 240 000 Erzieher und Sozialarbeiter. Das würde laut Verdi zu Einkommensverbesserungen von im Schnitt zehn Prozent führen. Die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände hatte nach Darstellung seines Präsidenten Thomas Böhle Verbesserungen für rund die Hälfte der Beschäftigten vorgeschlagen: Erzieher mit besonderen Aufgaben bekämen demnach bis zu 443 Euro mehr im Monat, Leiter von Kitas 448 Euro.

Post und Gewerkschaft Verdi suchen Lösung im Tarifkonflikt

Im Tarifkonflikt bei der Deutschen Post suchen Arbeitgeber und Gewerkschaft nach wochenlangen Warnstreiks weiter nach einer Lösung. Beide Seiten kommen am Dienstagmorgen (8.30 Uhr) in Berlin zur Fortsetzung der sechsten Verhandlungsrunde zusammen, die am Montagabend unterbrochen worden war. Am Mittwoch tritt die Verdi-Konzerntarifkommission zusammen.

Gibt es keine Fortschritte, könnte die Kommission die Verhandlungen für gescheitert erklären. Verdi-Chef Frank Bsirske hatte vorab mit regulären Streiks gedroht.

Sprecher beider Seiten wollten sich am Montagabend nicht zum Stand der Verhandlungen äußern. Die Gewerkschaft verlangt für die rund 140 000 Beschäftigten 5,5 Prozent mehr Geld. Außerdem will sie die Wochenarbeitszeit um 2,5 auf 36 Stunden bei vollem Lohnausgleich verkürzen.

Hintergrund des Tarifkonflikts ist der Aufbau von 49 regionalen Gesellschaften für die Paketzustellung. Dort arbeiten heute nach Angaben der Post bereits mehr als 6000 Menschen. Bezahlt werden sie nicht nach dem Haustarif des Unternehmens, sondern nach dem in der Regel niedrigeren Tarif des Speditions- und Logistikgewerbes. Verdi sieht in dem Schritt einen Bruch bestehender Vereinbarungen mit dem Unternehmen über die Fremdvergabe.

dpa

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