Unübersichtliche Lage

Schießereien, Explosionen: Nacht des Schreckens in Paris

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Entsetzte Menschen vor der Konzerthalle Bataclan in Paris.

Paris - Während die Deutsche Nationalmannschaft im Pariser Stadion spielte, hat es in der Stadt mehrere Schießereien und Explosionen gegeben. Mindestens 60 Menschen sollen tot sein. Die Lage war unübersichtlich.

Verfolgen Sie die aktuellen Ereignisse nach dem Terror in Paris in unserem News-Ticker.

Bei mehreren Schießereien (auch am Place de la Republique) und Explosionen sind am Freitagabend in Paris mindestens 60 Menschen getötet worden. Das meldete der Fernsehsender BFMTV. Zu mehreren Detonationen kam es nahe des Fußballstadions von Paris, während dort die Mannschaften von Deutschland und Frankreich gegeneinander spielten. Um Mitternacht war nicht klar, wie viele Attentäter in der Stadt unterwegs waren oder ob es sich um Selbstmordattentäter handelte.

Außerdem Geiselnahme in Pariser Konzerthalle

Außerdem meldete die Polizei eine Geiselnahme in der Konzerthalle Bataclan, in dem ein Heavy-Metal-Konzert veranstaltet wurde. Es war unklar, was sich hinter den Türen abspielte. Es gab das Gerücht, schwarz gekleidete Männer ohne Maskierung hätten um sich geschossen. Die Rede war von bis zu 100 Geiseln.

Die Lage in Paris war unübersichtlich, es gab viele Gerüchte, viele widersprüchliche, unbestätigte Berichte. Angeblich seien auch in einer Redaktion Schüsse gefallen.

Die Paris-Korrespondentin der ARD berichtete in einer Tagesschau-Sondersendung, die Bewohner der Hauptstadt seien paralysiert. Die Stadt sei voller Blaulicht. Menschen seien orientierungslos, aufgebracht. Ein ARD-Reporter sagte um 0.20 Uhr, die aktuelle Situation in Paris empfinde er noch heftiger als bei den Anschlägen auf die Redaktion des Satiremagazins Charlie Hebdo.

Freunde eines deutschen Fußball-Fans warnen: Nimm' nicht die U-Bahn!

Nach dem Länderspiel erzählte ein deutscher Zuschauer, dass er ratlos sei. Französische Freunde, bei denen er übernachten wollte, hätten ihn am Telefon gewarnt, er solle auf keinen Fall die Metro (die Pariser U-Bahn) nehmen. Danach brach das Handynetz zusammen, die Menschen auf der Straße gerieten in Panik.

ZDF heute twitterte das, was die Verwaltung der französischen Hauptstadt zuvor getwittert hatte:  dass alle Menschen in Paris nach Hause gehen sollten.

Francois Hollande nennt die schrecklichen Ereignisse Terroranschläge

Als die erste Eilmeldung am Abend kam, hatte Frankreichs Präsident Francois Hollande das Fußballstadion verlassen, in dem die Deutsche National-Elf gegen Frankreich spielte. Kurzzeitig durfte keiner der Zuschauer das Stadion verlassen. Danach wurden die Tore wieder geöffnet.

Hollande hat sofort einen Krisenstab einberufen. Er sagte im französischen Fernsehen (BFMTV), es sei unklar, wer die Terroristen seien. Er habe alle Kräfte mobilisiert und um militärische Verstärkung gebeten.

Frank-Walter Steinmeier entsetzt über Angriffe in Paris

Deutschlands Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) hat sich entsetzt über die Attacken von Paris geäußert. Er sei erschüttert über die Ereignisse, twitterte das Auswärtige Amt am Freitagabend. Steinmeier wurde mit den Worten zitiert: „Wir stehen an der Seite Frankreichs!“. Steinmeier war am Abend mit Frankreichs Staatspräsident François Hollande als Zuschauer bei dem Fußball-Länderspiel der deutschen Mannschaft gegen Frankreich im Stade de France.

Der britische Premierminister David Cameron sagte, Großbritannien werde tun, „was immer wir tun können, um zu helfen“. Auch US-Präsident Barack Obama äußerte sich erschüttert, er sprach wie Hollande von Terrorangriffen. Frankreich habe sein "9/11" erlebt.

Freitagmittag gab es Bombendrohung im Hotel des DFB-Teams

Das Pariser Hotel, in dem die Deutsche Nationalmannschaft übernachtet hatte, musste wegen einer Bombendrohung am Freitagmittag geräumt werden. Doch die Polizei konnte am Mittag Entwarnung geben.

sah/AFP/dpa

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