EX-BND-Chef: Kanzleramt wusste schon früh von NSA-Spionage

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Der frühere BND-Chef Ernst Uhrlau hat schon 2006 aus dem BND von problematischen NSA-Zielen für das Ausspähen des Datenverkehrs erfahren. Foto: Stephanie Pilick

Berlin (dpa) - Das Bundeskanzleramt soll schon vor knapp zehn Jahren über unrechtmäßige Spionageversuche des US-Geheimdienstes NSA in Europa mit Hilfe des BND informiert worden sein. 

Der damalige Präsident des Bundesnachrichtendienstes (BND), Ernst Uhrlau, sagte vor dem NSA-Untersuchungsausschuss, er habe 2006 aus dem BND von problematischen NSA-Zielen für das Ausspähen des Datenverkehrs erfahren. Auch der Name des Luft- und Raumfahrtkonzerns EADS sei in dem Zusammenhang wohl gefallen. Er gehe davon aus, dass er die Information mündlich im Kanzleramt erwähnt habe.

Bisher berichteten Medien darüber, dass der BND erst 2008 und abermals 2010 das Kanzleramt über das Vorgehen der NSA informiert habe. Der BND soll für die NSA über Jahre auch Daten europäischer Institutionen und Firmen in großem Stil abgeschöpft haben. 

Direkt zum Start der BND-NSA-Kooperation zur Datenabschöpfung wurde laut Uhrlaus Aussage nicht geprüft, ob die Amerikaner sich an die deutsche Linie halten, dass keine europäischen Ziele ausgespäht werden. Als es wenig später aber Hinweise hierauf gab, habe sich die US-Seite dafür entschuldigt. 

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