USA verstärken Flottenpräsenz

Obama warnt Iran indirekt vor Waffenlieferungen an Jemen-Rebellen

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Die USA hätten ihre Flotte vor die Küste des Jemen verstärkt, um die Freiheit der Schifffahrt zu garantieren.

Washington/Riad - Saudi-Arabien verbucht sein Eingreifen im Jemen als Erfolg und läutet eine neue Phase ein. Dennoch verstärken die USA ihre Flottenpräsenz. Obama warnt Teheran vor einer Einmischung in den Konflikt mit den Huthi-Rebellen.

US-Präsident Barack Obama hat den Iran indirekt vor Waffenlieferungen an die Huthi-Rebellen im Jemen gewarnt. Die USA hätten ihre Flotte vor die Küste des Jemen verstärkt, um die Freiheit der Schifffahrt zu garantieren. Falls aber „Waffen an Fraktionen innerhalb des Jemen geliefert werden, die die Schifffahrt bedrohen könnten, ist das ein Problem“, sagte er dem TV-Sender MSNBC. Dies habe man Teheran deutlich gemacht, fügte Obama hinzu.

Eine iranische Einmischung in den Konflikt im Jemen würde die Suche nach einer Lösung nur erschweren, meinte Obama weiter. Er warnte vor einem Stellvertreter-Krieg im Jemen, bei dem sich Schiiten, die im Iran herrschen, und sunnitisch-orientierte Staaten wie Saudi-Arabien, Katar und Oman gegenüber stehen.

Unterdessen läutete die von Saudi-Arabien geführte Allianz eine neue Phase im Einsatz gegen die Huthi-Rebellen im Jemen ein. Die seit knapp vier Wochen geführten Luftangriffe seien erfolgreich gewesen, schwere Waffen und Raketen der Aufständischen seien zerstört worden, sagte der Sprecher der arabischen Koalition, Ahmed Asiri, am Dienstagabend. Ab Mitternacht sollte demnach auf die Operation „Sturm der Entschlossenheit“ ein Einsatz mit Namen „Wiederherstellung der Hoffnung“ folgen. Im Zuge dessen könne es Militäreinsätze geben, sollten es die Befehlshaber für nötig halten, sagte Asiri.

Asiri sagte dem arabischen Nachrichtensender Al-Arabija: „Wir sprechen nicht von einer Waffenruhe.“ Die Operation „Wiederherstellung der Hoffnung“ habe eine „militärische Komponente“. Sie werde die Überwachung der Lage aus der Luft und von See aus einschließen. Die Huthi-Milizen würden angegriffen, „wenn sie versuchten Zivilisten Schaden zuzufügen“.

Das von Saudi-Arabien geführte Militärbündnis greift seit dem 26. März aus der Luft Stellungen und Waffenlager der schiitischen Huthi-Rebellen an. Die Aufständischen kämpfen gegen sunnitische Milizen und Sicherheitskräfte, die loyal zu dem ins Ausland geflohenen Präsidenten Abed Rabbo Mansur Hadi stehen. Die Huthis wiederum stehen dem Iran nah, der mit Saudi-Arabien um die Vorherrschaft in der Region wetteifert. Nach UN-Angaben starben zwischen dem 26. März und dem 18. April mindestens 436 Zivilisten.

Durch den Einsatz „Sturm der Entschlossenheit“ sei jedwede Bedrohung für Saudi-Arabien und Nachbarländer beseitigt worden, sagte Asiri. In der neuen Phase des Vorgehens gehe es darum, weitere Huthi-Vorstöße zu verhindern, Zivilisten zu schützen und Hilfsbemühungen zu unterstützen.

Wie zudem in der saudischen Hauptstadt Riad verlautete, ordnete König Salman die Mobilisierung der Nationalgarde für mögliche Bodeneinsätze an. Dies nährte Erwartungen, dass Saudi-Arabien zu einer Bodenoffensive übergehen könnte. Die Luftangriffe brachten bislang kaum Veränderungen am Boden. Sie forderten zudem viele Opfer unter der Zivilbevölkerung. Erst am Dienstag hatten Bombardierungen in der Hauptstadt Sanaa zahlreiche Zivilisten getötet.

Saudische Truppen könnten aber auch eingesetzt werden, um die südliche Metropole Aden und ihre Hafenanlagen zu sichern. Zuletzt war es den örtlichen Pro-Hadi-Milizen gelungen, die vorrückenden Huthis aus Aden zurückzudrängen.

dpa

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