Neuer Friedensfahrplan für Afghanistan? Treffen in Pakistan

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Für Afghanistan nimmt der stellvertretende Außenminister Hekmat Karsai teil, für Pakistan Außensekretär Aizaz Ahmed Chaudhry. Foto: App/Handout

Die afghanischen Taliban scheinen nicht geneigt, über Frieden zu verhandeln. Sie gewinnen viele der Kämpfe mit der afghanischen Regierung. Dennoch beginnt am Montag in Islamabad ein neuer Friedensprozess - erst einmal ohne Vertreter der Aufständischen.

Islamabad (dpa) - Inmitten einer Welle der Gewalt in Afghanistan versuchen Abgesandte Afghanistans, Pakistans, Chinas und der USA, den festgefahrenen Friedensprozess mit den Taliban wiederzuleben. Die eintägige Konferenz begann heute in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad.

Für Afghanistan nimmt der stellvertretende Außenminister Hekmat Karsai teil, für Pakistan Außensekretär Aizaz Ahmed Chaudhry. Die USA sind durch den Afghanistan-Beauftragten Richard Olsen vertreten. Aus China ist der Afghanistan-Beauftragte Deng Xijun angereist.

Das Treffen werde "die Richtung des neuen Friedensprozesses" sowie "konkrete Aufgaben für alle beteiligten Parteien definieren", sagte Pakistans Außenberater Sartaj Aziz in seiner Eröffnungsansprache. "Wir müssen Anreize für die Taliban entwickeln, keine Gewalt mehr anzuwenden." Das sei aber eine komplexe Aufgabe, warnte er. "Wir sollten keine überzogenen Erwartungen haben."

Der Sprecher des afghanischen Regierungsgeschäftsführers Abdullah Abdullah, Dschawed Faisal, sagte der Deutschen Presse-Agentur am Montagmorgen, ein Ziel des Treffens sei es, "eine Liste von gesprächswilligen und gesprächsunwilligen Taliban zu erstellen."

Taliban-Vertreter sind nicht dabei. Nach einem Bericht der pakistanischen "Express Tribune" vom Montag sagten zwei ranghohe Taliban-Kommandeure, dass aus der Bewegung verstoßen werde, wer unerlaubt teilnehme.

Gleichzeitig finden zwei "Track II"-Runden statt, die weitere Politiker, Mitglieder der Zivilgesellschaft und Experten zusammenführen. Eine erste solche Runde im Dezember in Kabul verlief ergebnislos, weil afghanische und pakistanische Teilnehmer sich auf gegenseitige Schuldzuweisungen beschränkten.

Am Sonntag hatte der afghanische Präsident Aschraf Ghani in Ostafghanistan für den neuen Friedensprozess geworben. Laut einem Bericht des Senders "Tolo News" traf er Stammesvertreter aus den umkämpften Provinzen Nangarhar, Kunar, Lachman und Nuristan.

Zuletzt waren Gesprächsversuche im Juli gescheitert, nachdem der Tod des langjährigen Talibanführers Mullah Mansur bekannt geworden war. Das stürzte die Taliban in interne Machtkämpfe.

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