Leyen sieht kein baldiges Ende der Piraterie-Bekämpfung

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Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen unterhält sich in Neu-Delhi mit Indiens Premierminister Narendra Modi. Foto: Enrico Fabian

Der Anti-Piraten-Einsatz der Deutsche Marine vor Somalia zählt zu den erfolgreichsten Bundeswehrmissionen überhaupt. Die Piraten zogen sich weitgehend zurück. Die deutschen Schiffe müssen aber bleiben.

Mumbai (dpa) – Trotz der Erfolge bei der Bekämpfung der Piraterie am Horn von Afrika rechnet Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen nicht mit einem baldigen Ende des Bundeswehreinsatzes dort.

Die EU-Mission "Atalanta" vor der Küste Somalias müsse "eine ganze Weile sicher weitergehen, bis die grundsätzlichen Ursachen dann auch beseitigt sind", sagte sie bei einem Besuch des größten indischen Marine-Stützpunkts in Mumbai.

Die Deutsche Marine beteiligt sich seit 2008 an der Piraterie-Bekämpfung im Golf von Aden. Auch indische Schiffe sind dort im Einsatz. Seit 2013 gab es im Einsatzgebiet keine erfolgreichen Entführungen von Handelsschiffen mehr.

Derzeit sind 300 deutsche Soldaten und eine Fregatte am Horn von Afrika. Das Mandat für den Einsatz wurde erst kürzlich vom Bundestag verlängert. Die Schiffe sollen den wichtigen Handelsweg weiter sichern, damit die Piraten nicht zurückkehren.

"Aber wir bekämpfen die Symptome", betonte von der Leyen. Die Wurzeln der Piraterie würden in der Armut in der Region liegen. Die Ursachen der Piraterie könnten nur mit wirtschaftlicher Entwicklung bekämpft werden.

Von der Leyen besuchte zum Abschluss ihres dreitägigen Indien-Aufenthalts in Mumbai das größte und modernste Kriegsschiff der indischen Marine. Die nächste Station ihrer Asien-Reise ist Singapur, wo sie an einer internationalen Sicherheitskonferenz teilnimmt.

 

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