Jeb Bush kämpft gegen starke Gegner ums Weiße Haus

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"Ich werde antreten, um zu gewinnen": Jeb Bush gibt in Miami seine Kandidatur für das US-Präsidentenamt bekannt. Foto: Christobal Herrera

Der US-Wahlkampf nimmt Form an. Nach Hillary Clinton ist nun auch Jeb Bush im Rennen. Erst mal umschmeicheln beide das eigene Wahlvolk, um die Vorwahlen zu gewinnen. Bush hat aber noch ein anderes Problem.

Miami (dpa) - Nach seiner Bewerbung für das Amt des US-Präsidenten stürzt sich Jeb Bush in den Wahlkampf. Der 62-jährige Republikaner reiste am Dienstag nach New Hampshire, einem der ersten und wichtigsten Bundesstaaten bei den Vorwahlen.

Auch die Demokratin Hillary Clinton (67) besuchte am Dienstag den Bundesstaat an der Ostküste. Langsam gewinnen die US-Wahlen an Fahrt. Auch der Baulöwe und Multi-Milliardär Donald Trump (69) kündigte seine Bewerbung an - US-Kommentatoren nahmen dies aber wenig ernst.

Jeb Bush hatte am Montag als elfter Republikaner offiziell seinen Hut in den Ring geworfen - und dabei große Pläne bekanntgegeben. Er wolle die US-Wirtschaft auf vier Prozent Wachstum trimmen und 19 Millionen neue Arbeitsplätze schaffen - falls er im November 2016 gewählt würde.

"Ich werde antreten, um zu gewinnen", rief er seinen Anhängern zu. "Wir werden die Zukunft in diesem Land wieder in die Hand nehmen". Zugleich warb er in Miami um die Stimmen der Latino-Wähler und plädierte für ein "vernünftige Einwanderungsreform".

Doch gleichzeitig fiel auf: Der 62-Jährige erwähnte seinen Vater und seinen Bruder, denen er ins Präsidialamt folgen will, mit keinem Wort. Beide fehlten auch in Miami. Lediglich Mutter Barbara Bush war anwesend.

Sollte Jeb Bush die Wahlen gewinnen, wäre er nach Vater George (1989-1993) und Bruder George W. (2001-2009) das dritte Familienmitglied, das im Weißen Haus regiert. Allerdings meinen Kommentatoren, es gebe erhebliche Vorbehalte gegen einen "dritten Bush" - auch unter Republikanern.

Bei den Demokraten gilt die ehemalige Außenministerin und Ex-Präsidentgattin Clinton (67) als haushohe Favoritin. Es könnte also im nächsten Jahr zu einem "Kampf der Familien" kommen. Insider halten "Bush3" als den gefährlichsten Gegner für die populäre Clinton.

Kommentatoren meinten, der als zurückhaltend geltende Bush habe einen gelungenen Wahlkampfstart hingelegt. "Jeb Bush ist sehr viel besser geworden", schrieb etwa die "Washington Post". Sein Problem, so der TV-Sender CNN, sei es, seine Zuhörer in Begeisterung zu versetzen.

Als weiteres Problem für den Bewerber gilt seine Haltung zum Familienclan - vor allem zu Bruder George W., der 2003 den US-Einmarsch im Irak angeordnet hatte. Jeb Bush hatte bereits mehrfach Probleme, sich von dieser Politik abzusetzen. Bezeichnend auch, dass sein offizielles Wahlkampf-Logo "Jeb! 2016" heißt - der Familienname fehlt.

Zu stärksten Gegnern Bushs zählen unter anderen der Florida-Senator Marco Rubio. Weitere ernsthafte Konkurrenten wollen sich noch zu Wort melden. Als krasser Außenseiter dagegen gilt Trump.  "Unser Land braucht einen wirklich großen Führer", begründete er seine Bewerbung vor Anhängern in den Trump Towers in New York. Er werde Amerika wieder groß machen und dem Iran und Terror in Nahost Paroli bieten. Zudem werde er gegen illegale Einwanderer eine Mauer an der mexikanischen Grenze bauen - und Mexiko werde dies bezahlen. "Niemand ist im Mauerbauen so gut wie Trump", sagte er. Trump hat laut Umfragen aber nur sehr geringe Chancen, sich durchzusetzen.  

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Wall Stret Journal zu Jeb Bushs Bilanz als Gouverneur

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