1,5 Millionen Demonstranten

Massenprotest in Brasilien: Regierung sucht nach Antworten

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In São Paulo zogen die Demonstranten über die zentrale Bankenmeile Avenida Paulista. Foto: Sebastiao Moreira

São Paulo - Klarer kann die Botschaft an Brasiliens Präsidentin nicht sein. In Scharen gehen ihre Gegner auf die Straße. Die Erwartungen der Organisatoren werden haushoch übertroffen. Jetzt muss die Staatschefin reagieren.

Unmittelbar nach den Massenprotesten von mehr als 1,5 Millionen Menschen gegen Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff hat die Regierung erste Maßnahmen angekündigt.

In den nächsten Tagen solle im Kongress ein Anti-Korruptionspaket eingebracht werden, kündigte Justizminister José Eduardo Cardozo am Sonntagabend bei einer im Fernsehen übertragenen Pressekonferenz an. Die Regierung sei offen für einen Dialog. Während der Äußerungen schlugen die Menschen in vielen Städten in ihren Wohnungen bei einem sogenannten "Panelaço" auf Töpfe und Pfannen, um ihren Unmut kundzutun.

Regierungsgegner hatten am Sonntag landesweit friedliche Protestaktionen organisiert. Die größte Menschenansammlung gab es in São Paulo, wo Rousseff und ihre Arbeiterpartei PT bei den Wahlen 2014 eine herbe Schlappe erlitten hatten. Dort gingen auf der zentralen Bankenmeile Avenida Paulista laut Polizei eine Million Menschen auf die Straße. In Curitiba waren es 80 000 Menschen, in der Hauptstadt Brasília fast 50 000 Menschen, in Belo Horizonte, Goiás und anderen Städten jeweils Zehntausende. Lokale Medien schrieben von landesweit über zwei Millionen Teilnehmern.

Eine Forderung der Demonstranten war ein Amtsenthebungsverfahren gegen Rousseff, die ihr zweites Mandat erst im Januar angetreten hatte. Hintergrund ist der Korruptionsskandal um den staatlichen Ölkonzern Petrobras. Es geht um Schmiergelder in Milliardenhöhe, die nach Zeugenaussagen auch an Parteien und Politiker flossen. Es gibt auch Aussagen, wonach Rousseffs Wahlkampagne 2010 mit Petrobras-Geld finanziert worden sein soll. Die Oppositionspartei PSDB stützte am Sonntag die Proteste, aber nicht die Forderung nach einem "Impeachment" (Amtsenthebungsverfahren).

dpa

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