Treffen mit Rivlin

Gauck in Israel: Demonstration der Einigkeit

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Bundespräsident Joachim Gauck und der israelische Staatspräsident Reuven Rivlin eröffnen in der Israeli Opera in Jerusalem den musikalischen Abend. Foto: Rainer Jensen

Tel Aviv - Der islamistische Terror von Paris spielt auch eine Rolle beim Israel-Besuch des Bundespräsidenten. Beide Länder beschwören vor dem Hintergrund des Holocaust ihre Freundschaft. Doch einfach werden die Beziehungen wohl niemals sein.

Die Präsidenten von Deutschland und Israel, Joachim Gauck und Reuven Rivlin, haben angesichts von Terror und Gewalt die enge Verbindung beider Länder beschworen.

Deutschland und Israel feierten das 50-jährige Bestehen ihrer diplomatischen Beziehungen in "unruhigen, in bedrohten Zeiten", sagte Gauck am Samstagabend zum Auftakt seines Israelbesuches vor einem Konzert des Thomanerchors und des Gewandhausorchesters Leipzig in Tel Aviv. Israels Staatspräsident Reuven Rivlin, der mit Gauck an dem Konzert teilnahm, umarmte den Bundespräsidenten zu Beginn in einer Geste der Verbundenheit.

"Wir brauchen manchmal mehr Hoffnungspotenzial, als die Vernunft uns eingibt", wenn es darum gehe, den Frieden zu suchen, sagte Gauck, ohne den seit Jahren stockenden Friedensprozess zwischen Israelis und Palästinensern offen anzusprechen. Rivlin sprach angesichts der Vergangenheit des Holocaust mit Millionen von den Nazis umgebrachten Juden von schwierigen, komplexen Beziehungen seines Landes zu Deutschland, die niemals einfach sein würden. Die "aufrichtige Freundschaft" zwischen beiden Ländern brauche "viel Unterstützung und ein feines Gehör", sagte Rivlin in Anspielung auf das Konzert.

Gauck und seines Lebensgefährtin Daniela Schadt nahmen zusammen mit Rivlin und dessen Ehefrau Nechama an dem Konzert des Thomanerchors und des Gewandhausorchesters Leipzig in Tel Aviv teil. In der Oper der Stadt wurde das "Weihnachts-Oratorium" von Johann Sebastian Bach aufgeführt. Das Konzert gehört zu einer Reihe von Auftritten der Musiker in Israel, die als Abschluss der Feiern zum 50-jährigen Jubiläum der deutsch-israelischen Beziehungen gelten.

Am Sonntag erhält der Bundespräsident nach einem Arbeitsfrühstück mit Ministerpräsident Netanjahu die Ehrendoktorwürde der Hebräischen Universität Jerusalem. Bei der Zeremonie will Gauck die zentrale Rede seines Israelbesuchs halten. Schon bei einem Berlinbesuch Rivlins im Mai hatten beide Politiker einen Akzent in Richtung Jugend, Bildung und Zukunft gesetzt.

Am Abend fliegt Gauck in die jordanische Hauptstadt Amman. Dort dürfte bei Gesprächen mit König Abdullah II. die internationale Reaktion auf den Krieg in Syrien und die Flüchtlingskrise die zentrale Rolle spielen. Der Bundespräsident will die Leistung der jordanischen Gesellschaft bei der Unterbringung von Hunderttausenden Flüchtlingen aus Syrien würdigen.

Auswärtiges Amt über Israel

Auswärtiges Amt zu den Beziehungen Israels zu Deutschland

Website zu 50 Jahre diplomatische Beziehungen zwischen Israel und Deutschland

Überblick über die Konzertreise des Thomanerchors und des Gewandhausorchesters nach Israel

Internetauftritt des Thomanerchors

Internetauftritt der Hebräischen Universität Jerusalem, engl.

Internetauftritt des israelischen Präsidenten Reuven Rivlin, engl.

Internetauftritt des israelischen Premierministers Benjamin Netanjahu, engl.

Bundespräsidialamt zur Reise nach Israel und Jordanien

dpa

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