Flüchtlingsattest-Statistik von de Maizière nicht gedeckt

+
Krankenscheine: Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) hat sich bei seiner Kritik an der Attestpraxis von Ärzten gegenüber Flüchtlingen auf nicht gedeckte Zahlen berufen. Foto: Jens Büttner/Symbol

Berlin (dpa) - Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) hat sich bei seiner Kritik an der Attestpraxis von Ärzten gegenüber Flüchtlingen auf nicht gedeckte Zahlen berufen. "Bundesweite Durchschnittszahlen zu der genauen Attestquote gibt es nicht", räumte das Innenministerium via Twitter ein.

De Maizière hatte mit den Zahlen seine Forderung untermauert, Hindernisse bei der Abschiebung nicht anerkannter Asylbewerber abzubauen. "Es werden immer noch zu viele Atteste von Ärzten ausgestellt, wo es keine echten gesundheitlichen Abschiebehindernisse gibt", sagte er der "Rheinischen Post". Es könne nicht sein, dass 70 Prozent der Männer unter 40 Jahren vor einer Abschiebung für krank und nicht transportfähig erklärt würden: "Dagegen spricht jede Erfahrung."

Das Bundesinnenministerium erklärte nun am Freitag, die zuständige Arbeitsgruppe von Bund und Ländern habe "hinsichtlich der Quote der an Attesten gescheiterten Abschiebungen zum Teil von einer nur schwer erklärbaren Höhe berichtet". Die Erkenntnisse zu den Attestquoten variierten aber - "insbesondere auch von Land zu Land". In seinen Gesprächen sei de Maizière "spotlight-artig von bis zu 70 Prozent berichtet worden".

Erklärung des Bundesinnenministerium via Twitter

Kommentare

Meistgelesen

Nur jeder Vierte hält Deutschland für gerecht
Nur jeder Vierte hält Deutschland für gerecht
Merkel stellt sich gegen Parteitagsbeschluss zum Doppelpass
Merkel stellt sich gegen Parteitagsbeschluss zum Doppelpass
Merkel erfreut über Van-Der-Bellen-Sieg: „Ansatz ist richtig“
Merkel erfreut über Van-Der-Bellen-Sieg: „Ansatz ist richtig“
CDU-Parteitagsbeschluss zum Doppelpass: Merkel legt Veto ein
CDU-Parteitagsbeschluss zum Doppelpass: Merkel legt Veto ein
Wie ein Pegida-Redner zum mutmaßlichen Moschee-Bombenleger wurde
Wie ein Pegida-Redner zum mutmaßlichen Moschee-Bombenleger wurde