Italien-Frankreich

Flüchtlinge campieren weiter an Grenze

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An der grenze zwischen Frankreich und Italien campieren Dutzende Flüchtlinge.

Ventimiglia - Sie harren in Decken gehüllt und unter Zeltplanen auf den Felsen an der Küste aus - und sind ein Symbol für den Flüchtlingsstreit in der EU.

Mehrere Tage nach dem Beginn der Grenzblockade zwischen Italien und Frankreich campierten am Mittwoch immer noch Dutzende Flüchtlinge an der Grenze zwischen beiden Ländern. Die fünfte Nacht schliefen sie auf den Klippen in Ventimiglia an der ligurischen Küste.

Die Menschen waren dort gestrandet, nachdem französische Polizisten sie an der Einreise gehindert hatten. Dies hatte einen Streit zwischen den Ländern über den Umgang mit Migranten ausgelöst. Frankreichs Innenminister Bernard Cazeneuve hatte die Zurückweisung der Migranten am Montag verteidigt.

Die überwiegend aus Afrika stammenden Flüchtlinge warteten auf den Felsen am Meer am Mittwoch weiter auf eine Möglichkeit, nach Frankreich weiterzureisen. Italiens Polizei hatte am Dienstag ein weiteres Flüchtlingslager in der Nähe geräumt und Hunderte Menschen weggebracht. Die Situation an der Grenze war laut Nachrichtenagentur Ansa ruhig, allerdings gab es weiter verstärke Polizeikontrollen.

Etwa 60.000 Bootsflüchtlinge haben in diesem Jahr bereits über das Mittelmeer Italien erreicht, die meisten von ihnen wollen nach Norden weiterreisen. Insgesamt sind derzeit rund 76.000 Flüchtlinge in Lagern in Italien untergebracht - zum Teil auch längerfristig. Italien fordert von den anderen EU-Ländern seit langem mehr Solidarität im Umgang mit dem Flüchtlingsstrom über das Mittelmeer.

Frankreich schafft mehr Platz für Flüchtlinge

Zur Vermeidung wilder Lager will Frankreich jedoch zusätzliche Plätze für die Unterbringung von Flüchtlingen und Asylbewerbern schaffen. Innenminister Bernard Cazeneuve kündigte am Mittwoch nach der Sitzung der Regierung zusätzlich insgesamt 10.500 Plätze an. Davon sollen 4000 Plätze für Asylbewerber zur Verfügung stehen. Zudem sind 5000 Plätze für Flüchtlinge geplant. Mit 1500 Notunterkünften will die Regierung auf immer wieder entstehende wilde Flüchtlingscamps reagieren. Das Ausmaß der Flüchtlingskrise erfordere schnelle Reaktionen, sagte Cazeneuve. Gleichzeitig kündigte er weiter konsequentes Vorgehen gegen illegale Einwanderung an.

Frankreich hatte in den vergangenen Tagen zahlreiche Flüchtlinge an der französisch-italienischen Grenze zurückgewiesen und die Einreise blockiert. Paris verweist dabei auf eine europäische Regelung, wonach ein Asylantrag im Land der EU-Einreise gestellt werden muss. Im nordfranzösischen Calais campieren Flüchtlinge, die nach Großbritannien weiterreisen wollen.

dpa

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