Am Donnerstag im US-TV

Donald Trump: Diese Sprüche haute er in der Republikaner-Debatte raus

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Donald Trump am Donnerstag in der ersten Debatte um die Präsidentschaftskandidatur der US-Republikaner.

Cleveland - Donald Trump legte in der ersten Debatte um die Präsidentschaftskandidatur der US-Republikaner die große Show hin: Diese Sprüche haute Donald Trump im US-TV raus.

Update vom 9. Dezember 2015: Was ist für Donald Trump bei der US-Präsidentschaftswahl 2016 drin? ImInterview gibt USA-Experte Dr. Josef Braml eine Einschätzung über Taktik und Erfolgsaussichten Donald Trumps.

Update vom 10. September: Auch wenn es um die Aufnahme von Flüchtlingen aus Syrien und dem Irak in die USA geht, vertritt US-Präsidentschaftskandidat Donald Trump eine dezidierte Meinung. Er hält die Lage der Flüchtlinge zwar aus humanitären Gesichtspunkten für schlimm. Trotzdem brauchen die USA laut Trump keine Flüchtlinge aufnehmen. "Wir haben genug eigene Probleme." 

Eines war schon im Vorfeld der ersten großen Fernsehdebatte im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der US-Republikaner klar, die der Nachrichtensender Fox News am Donnerstagabend (US-Zeit) in Cleveland veranstaltete. Gegen die Rampensau Donald Trump, der schon in seiner Reality-TV-Show "The Apprentice" sein Talent zur Selbstdarstellung bewies, würden die anderen Kandidaten keinen leichten Stand haben. Und nach der Debatte war klar: Wer auf die Donald-Trump-Show gewartet hatte, der bekam auch die Donald-Trump-Show. Zur besten Sendezeit durften sich die zehn Bewerber messen, die laut einem Bündel von Umfragen zuletzt am besten abschnitten. Und da liegt aktuell natürlich einer in Führung: nämlich Donald Trump. 

Gleich zu Beginn der Debatte kassierte der Milliardär mit Ambitionen aufs Präsidentenamt Buh-Rufe aus dem Publikum. Donald Trump wurde gefragt, ob er eine Kandidatur als Parteiloser bei der Präsidentschaftswahl im November 2016 nicht ausschließen wollte. Donald Trumps Antwort: "Dieses Versprechen werde ich zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht geben." Da brachte er natürlich einige Republikaner Anhänger gegen sich auf. Denn: Sollte am Ende neben Hillary Clinton und einem noch zu kürenden Republikaner ein dritter Kandidat im Rennen sein, dann wäre die Niederlage der Konservativen praktisch besiegelt. Denn: Als Parteiloser würde Donald Trump den Republikanern genau die Stimmen wegnehmen, die sie bräuchten, um Hillary zu besiegen.

Donald Trump betonte am Donnerstag, dass es ihm in erster Linie um die USA gehen. Und da zeigte er sich äußerst besorgt: "Unser Land ist in ernsthaften Schwierigkeiten. Wir schlagen China nicht beim Handel. Wir schlagen Japan nicht mit ihren Abermillionen Autos, die in dieses Land kommen. Wir schlagen Mexiko nicht beim Handel und an der Grenze. Wir machen nichts richtig."

Frauen als fette Schweine bezeichnet? Donald Trump: "So habe ich nur Rosie O'Donnell genannt"

Fox-News-Journalistin Megyn Kelly konfrontierte Donald Trump mit früheren Äußerungen, in denen er sich despektierlich über Frauen geäußert habe: "Sie nennen sie fette Schweine, Hündinnen, widerliche Tiere. Wie glauben Sie eigentlich, so gegen Hillary Clinton antreten zu können?". Donald Trump hob nur lässig den Finger und merkte an: "So habe ich nur Rosie O'Donnell genannt." Das Publikum johlte. Bei der konservativen Zuhörerschaft steht die übergewichtige Moderatorin mit ihren linken Ansichten eh nicht gut im Kurs.

Da passte es gut ins Bild, dass Donald Trump sich gleich über die Kultur der "politischen Korrektheit" in den USA  beschwerte, bei der jedes Wort auf die Goldwaage gelegt werde. "Politische Korrektheit ist eines der größten Probleme unseres Landes." Applaus! "Ich habe keine Zeit dafür. Und Amerika auch nicht. Wir gewinnen nicht mehr. Wir verlieren gegen China oder Mexiko."

Donald Trump: ""Ich war schon 2004 gegen den Irak-Krieg"

Mitbewerber Jeb Bush musste sich in der Debatte mit dem Irak-Krieg herumschlagen, den sein Bruder George W. Bush 2003 begonnen hatte. Jeb Bush räumte ein, dass es damals falsche Informationen der Geheimdienste gegeben habe. Und meinte zum Irak-Krieg: "Es war ein Fehler." Donald Trump hatte zur Präsidentschaft von George W. Bush seine ganz eigene Meinung: "Die letzten Monate der Präsidentschaft von George W. Bush haben uns Obama beschert und darüber kann keiner froh sein." Zum Thema Irak meinte Trump: "Ich war schon 2004 gegen den Irak-Krieg und habe vorhergesagt, dass er die Region destabilisieren würde."

An diesem Abend bekam die Nation auch noch einen Überblick über die Positionen von Donald Trump zum Thema illegale Einwanderung. Er betonte an die Adresse seiner republikanischen Mitbewerber, dass er das Thema Einwanderung überhaupt erst aufs Tapet gebracht habe: „Wäre es nicht wegen mir, dann würdet ihr gar nicht über illegale Einwanderung sprechen." Schon im Vorfeld der Debatte hatte er behauptet, die mexikanische Regierung schicke Kriminelle, Vergewaltiger und Drogendealer über die Grenze in die USA." Jeb Bush hatte diese Aussagen als "extrem ekelhaft" bezeichnet. Der stand in der Republikaner-Debatte links neben ihm und bekam von Donald Trump sein Rezept in Sachen illegale Einwanderung zu hören: "Wir müssen eine Mauer bauen. Und wir müssen sie schnell bauen. Ich habe kein Problem damit, wenn es in der Mauer eine große, wunderschöne Tür gibt. So können auch Menschen legal ins Land kommen. Aber wir müssen eine Mauer bauen. Wir müssen die Illegalen draußen halten."

Donald Trump nennt Atom-Abkommen mit dem Iran "eine Schande"

Auch im Hinblick auf das von Obama ausgehandelte Atomabkommen mit dem Iran hatte Donald Trump eine klare Meinung: "Ich würde mich ganz anders verhalten, als das, was ihr gerade erlebt. Ich wäre das absolute Gegenteil. Wir haben einen Präsidenten, der keinen Plan hat. Ich könnte ja sagen, er ist inkompetent. Aber das will ich nicht, denn das wäre nicht nett." Das Publikum johlt vor Lachen. "Aber schauen Sie sich doch mal die Deals an, die wir machen. Egal ob es um 24 Stunden mit dem Iran geht. (Laut Abkommen muss der Iran Atom-Kontrolleuren einen Zugang 24 Stunden nach Ankündigung garantieren) Übrigens: Vor diesen 24 Stunden muss das Ganze schon durch ein kompliziertes System gehen. Dann schauen Sie sich Sergeant Bergdahl an (der US-Soldat und vermeintliche Überläufer zu den Taliban wurde in Afghanistan gegen fünf hochrangige Taliban ausgetauscht). Ein Verräter! Und die bekommen fünf große Mörder, die sie wollen. Wir haben Menschen in Washington, die keine Ahnung haben, was sie eigentlich tun." Johlen und Klatschen im Publikum. Donald Trump zum Applaus: "Da stimme ich zu." Dann stellte er klar: Die USA hätten dem Iran viel Geld gegeben und dafür im Gegenzug praktisch nichts bekommen. "Das war eine Schande."

Kontra bekam Donald Trump vor allem vom libertären Senator Rand Paul, einem Favoriten der Tea-Party-Bewegung. Paul warf Trump vor, er kaufe sich Politiker aller Couleur. Worauf Donald Trump antwortete: "Ich habe den meisten Kandidaten, die hier auf der Bühne stehen, Geld gegeben. Politiker sind käuflich. Ich gebe ihnen Geld, und wenn ich sie zwei Jahre später um einen Gefallen bitte, dann springen sie." Das gelte übrigens auch für Hillary Clinton: "Ich habe gesagt: 'Komm zu meiner Hochzeit!' Und sie ist zu meiner Hochzeit gekommen." Der Grund für die Folgsamkeit: Donald Trump habe Hillary Geld für ihre Stiftung gegeben. "Allerdings wusste ich nicht, dass sie das Geld nutzen würde, um durch die Welt zu fliegen."

Fazit der TV-Debatte: Das Rennen um das US-Präsidentenamt wird alles andere als langweilig. Gegen Donald Trump wirkten die anderen Republikaner-Kandidaten am Donnerstagabend ziemlich harmlos. 

fro

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