Angst vor einseitiger Belastung

Industrie wenig begeistert von UN-Klimaschutzvertrag

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Eine Industrieanlage in Schleswig-Holstein.

Berlin - Stahlkocher und Autohersteller drängen auf faire weltweite Wettbewerbsbedingungen. Auch China soll seinen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Wissenschaftler plädieren für eine Ausweitung des Emissionshandels.

Nach dem Pariser Klimagipfel warnen die deutschen Stahlkocher und die Automobilindustrie vor einer einseitigen Belastung europäischer Hersteller beim Thema Klimaschutz. „Von fairen weltweiten Wettbewerbsbedingungen für die Industrie auf dem Feld der Klimapolitik sind wir weit entfernt“, klagte der Präsident der Wirtschaftsvereinigung Stahl, Jürgen Kerkhoff, am Montag.

Kerkhoff bemängelte, die vom Pariser Gipfel fortgeschriebene Differenzierung nach Industrie- und Schwellenländer sei lange überholt. Es helfe weder dem Klimaschutz noch den weltweiten Wettbewerbsbedingungen, wenn die EU Klimaziele bis 2030 zusage, während China seine CO2-Emissionen in diesem Zeitraum weiter steigere und gleichzeitig mit seinen Überkapazitäten die Stahlmärkte weltweit unter Druck setze.

Auch der Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), Matthias Wissmann, mahnte, es gelte nun in Europa die Balance zwischen Klimaschutz und wirtschaftlicher Entwicklung zu wahren. „Nur wenn alle Staaten, allen voran die großen Emittenten in Asien oder die USA, ihre Anstrengungen verstärken, sind spürbare Fortschritte möglich.“ Europa dürfe sich hier nicht im Alleingang seine ohnehin besonders ambitionierten Ziele weiter verschärfen.

Das Institut der deutsche Wirtschaft (IW) in Köln plädierte für eine Ausweitung des Emissionshandels, um die Ziele des Klimagipfels zu erreichen. Klimaschutzpotenziale seien in Asien vielfach wesentlich kostengünstiger zu heben als hierzulande. „Solange die Emissionen in China und Indien weiter so stark steigen wie in den vergangenen Jahren, sind die Anstrengungen in anderen Erdteilen umsonst“, betonte das Institut.

Führende Unternehmen des deutschen Einzelhandels sagten unterdessen nach Angaben des Branchenverbandes HDE ihre Unterstützung für das Pariser Klimaschutzabkommen zu. Der Verband betonte, die Unternehmen wollten durch die verstärkte Nutzung regenerativer Energien zur eigenen Stromversorgung und den Austausch von klimaschädlichen Kältemitteln einen zusätzlichen Beitrag zum Gelingen der Energiewende leisten.

dpa

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