Für Angestellte

Weise: Burka wird in der Arbeitsagentur nicht toleriert

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Der Chef der Bundesagentur für Arbeit (BA), Frank-Jürgen Weise.

Berlin - In der Debatte um ein Burka-Verbot hat der Arbeitsagentur-Chef Frank-Jürgen Weise erklärt, dass in der Behörde keine vollverschleierten Frauen arbeiten können.

"Was hier nicht toleriert würde: eine Mitarbeiterin mit Burka", sagte Weise der "Bild am Sonntag". Es würden aber genauso wenig Menschen mit "liederlicher Kleidung" akzeptiert.

Kopftuch ist in der Agentur erlaubt

"Das ergibt sich aus unserem Auftrag, der Kontakt mit Kunden vorsieht", begründete Weise die Position. Mit einem Kopftuch habe er dagegen kein Problem. "Wenn sich das Tragen eines Kopftuchs nicht in einem Verhalten niederschlägt, das unseren Werten widerspricht, dann ist das als Kleidungsstück in Ordnung", sagte der BA-Chef. In der Bundesagentur arbeiteten auch Frauen mit Kopftuch.

Die Unionsinnenminister hatten sich jüngst für ein Teilverbot der Vollverschleierung ausgesprochen. Sie soll dem Vorschlag zufolge in Teilen der Öffentlichkeit verboten werden. Dazu zählen Kitas, Schulen, Universitäten, Gerichtssäle, Meldeämter und Standesämter. Die Forderungen werden kontrovers diskutiert.

Für Aufsehen sorgten auch in Deutschland die umstrittenen Burkini-Verbote in Frankreich, die am Freitag vom Obersten Verwaltungsgericht des Landes für unrechtmäßig erklärt wurden. Seit dem islamistischen Anschlag von Nizza mit 86 Toten haben mehr als 30 Gemeinden Burkini-Verbote an ihren Stränden verhängt. Ein Ende der Debatte um die muslimischen Ganzkörperbadeanzüge ist aber nicht in Sicht.

Käßmann: Debatte grenzt an Hysterie

Die Ex-Vorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Margot Käßmann.

Die frühere Vorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Margot Käßmann, kritisierte in der "Bild am Sonntag", die Debatten um Burka und Burkini grenzten an Hysterie. Sie selbst lehne die Vollverschleierung aber kategorisch ab. "Ich finde Nikab und Burka schrecklich", schrieb Käßmann. Sowohl Burka wie Nikab verhüllen auch das Gesicht und lassen nur schmale Sehschlitze frei, im Fall der Burka in der Regel nur durch ein Stoffgitter.

Käßmann verwies darauf, dass noch keine Frau mit Burka in Europa je einen Anschlag verübt habe. Geschätzt trügen maximal 800 Frauen in Deutschland "dieses frauenverachtende Teil". Das seien 0,0001 Prozent der Bevölkerung - und diese sollten "unsere ganze Kultur bedrohen?", fragte die frühere EKD-Vorsitzende.

Mit Blick auf das Burkini-Verbot schrieb Käßmann, sie sei alt genug, sich daran zu erinnern, wie der Bikini "als Bedrohung der westlichen Werte" angesehen worden sei. Damals hätten die Frauen mehr anziehen sollen, jetzt sollten sie mehr ausziehen. "Du lieber Himmel, wer bestimmt denn das?", schrieb sie in der Zeitung.

AFP

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