Moskau verbündet sich mit Paris gegen IS

Kremlchef Wladmimir Putin und Verteidigungsminister Sergej Schoigu in Moskau. Foto: Alexey Nikolskiy/Sputnik
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Kremlchef Wladmimir Putin und Verteidigungsminister Sergej Schoigu in Moskau. Foto: Alexey Nikolskiy/Sputnik
Ein Wrackteil der russischen Passagiermaschine, die über Ägypten abgestürzt ist. Der Absturz ist nach russischen Geheimdienst-Angaben von einer Bombe an Bord verursacht worden. Foto: Maxim Grigoriev / Russian Emerge
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Ein Wrackteil der russischen Passagiermaschine, die über Ägypten abgestürzt ist. Der Absturz ist nach russischen Geheimdienst-Angaben von einer Bombe an Bord verursacht worden. Foto: Maxim Grigoriev / Russian Emerge
Die Absturzstelle wird akribisch untersucht, um die Ursache der Katastrophe zweifelsfrei zu klären. Foto: Khaled Elfiqi
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Die Absturzstelle wird akribisch untersucht, um die Ursache der Katastrophe zweifelsfrei zu klären. Foto: Khaled Elfiqi
Flughafen Scharm el Scheich: Auch der russische Geheimdienst FSB glaubt jetzt an eine Bombe an Bord des Urlaubsfliegers Foto: Benno Schwinghammer/Archiv
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Flughafen Scharm el Scheich: Auch der russische Geheimdienst FSB glaubt jetzt an eine Bombe an Bord des Urlaubsfliegers Foto: Benno Schwinghammer/Archiv
Trümmer des Unglücksflugzeuges: Ein Bombenanschlag wird immer wahrscheinlicher. Foto: Khaled Elfiqi/Archiv
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Trümmer des Unglücksflugzeuges: Ein Bombenanschlag wird immer wahrscheinlicher. Foto: Khaled Elfiqi/Archiv
Airbus-Trümmer auf dem Sinai: Die Terrormiliz Islamischer Staat hatte nach dem Absturz in einem nicht zu verifizierenden Video die Verantwortung übernommen. Foto: Maxim Grigoriev/Russian Emergergency Ministry
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Airbus-Trümmer auf dem Sinai: Die Terrormiliz Islamischer Staat hatte nach dem Absturz in einem nicht zu verifizierenden Video die Verantwortung übernommen. Foto: Maxim Grigoriev/Russian Emergergency Ministry
Trauer in St. Petersburg um die Opfer des Airbus-Absturzes, der vermutlich auf eine Bombe an Bord zurückzuführen ist. Foto: Anatoly Maltsev/Archiv
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Trauer in St. Petersburg um die Opfer des Airbus-Absturzes, der vermutlich auf eine Bombe an Bord zurückzuführen ist. Foto: Anatoly Maltsev/Archiv

In Trauer und Zorn vereint: Nicht nur Frankreich, auch Russland hat viele Tote durch den Islamischen Staat zu beklagen. Eine Bombe hat den russischen Ferienflieger auf dem Sinai zerrissen, sagt Moskau. Militärisch rücken die beiden Mächte nun eng zusammen.

Moskau/Kairo (dpa) - Russland will seine Luftangriffe gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien künftig mit Frankreich abstimmen. Französische Streitkräfte sollten "wie Verbündete" behandelt werden, befahl Präsident Wladimir Putin seinen Militärs.

Wenige Stunden zuvor hatte Russland offiziell mitgeteilt, dass ein Bombenanschlag Ursache für den Absturz der russischen Passagiermaschine über dem Sinai gewesen sei. Bei dem mutmaßlich vom IS verursachten Terrorakt waren Ende Oktober alle 224 Menschen an Bord ums Leben gekommen. In Paris hatten IS-Terroristen am vergangenen Freitag mehr als 120 Menschen getötet.

Der französische Präsident François Hollande, der sein Land im Krieg sieht und am Dienstag weiter Luftangriffe gegen IS-Ziele in Syrien fliegen ließ, wird am 26. November bei Putin in Moskau erwartet. Das teilte der Kreml nach einem Telefongespräch der Präsidenten mit.

Putins Befehl richtete sich vor allem an den Kapitän des Kreuzers "Moskwa" im Mittelmeer. "In nächster Zeit kommt ein Verband der französischen Kriegsmarine, angeführt von einem Flugzeugträger, in Ihr Operationsgebiet. Nehmen Sie direkten Kontakt mit den Franzosen auf und arbeiten Sie mit ihnen wie mit Verbündeten!", sagte er der Agentur Tass zufolge. Auch die Geheimdienste sollen eng kooperieren.

Bislang hat Russland seine Angriffe in Syrien außerhalb der US-geführten internationalen Koalition geflogen. Doch die Pariser Anschläge und die Erkenntnisse zu dem Flugzeugabsturz zwingen die Staaten offenbar zu einem Strategiewechsel gegen den IS. Auch der G20-Gipfel in der Türkei hatte am Montag mehr Gemeinsamkeit im Kampf gegen den Terrorismus vereinbart.

Beim Absturz des russischen Airbus A321 handele es sich eindeutig um einen Terrorakt, sagte der Leiter des russischen Inlandgeheimdienstes FSB, Alexander Bortnikow, bei einer Sitzung mit Putin. An Trümmern der Maschine und an Gepäckstücken seien Spuren von Sprengstoff ausländischer Produktion festgestellt worden. Die selbst gebaute Bombe habe eine Sprengkraft von bis zu einem Kilogramm TNT gehabt.

Der Kremlchef drohte den Tätern: "Wir werden sie überall auf diesem Planeten finden, und wir werden sie bestrafen." Der FSB setzte ein Kopfgeld von 50 Millionen US-Dollar (47 Millionen Euro) aus für Hinweise, die zum Ergreifen der "Terroristen" führen.

Zur Vergeltung ordnete Putin massive Luftangriffe in Syrien an. Russland werde sein Recht auf Selbstverteidigung laut UN-Charta in Anspruch nehmen. Dem Verteidigungsministerium in Moskau zufolge flogen Langstreckenbomber am Dienstag Angriffe auf die syrische Provinz Aleppo und andere Ziele. Auch insgesamt 34 Marschflugkörper wurden abgefeuert, wie Verteidigungsminister Sergej Schoigu sagte. Zahlreiche IS-Stellungen seien getroffen worden.

Es gebe bisher keine Beweise für eine Bombe an Bord, hieß es dagegen aus der von Ägypten geführten Untersuchungskommission. "Bislang hat das Komitee noch keinen Beweis gefunden, der die Theorie bestätigt, dass das Flugzeug wegen eines Terroranschlags explodierte", sagte eine Quelle im Luftfahrtministerium der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag.

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hatte nach dem Absturz am 31. Oktober in einem nicht zu verifizierenden Video die Verantwortung dafür übernommen. Der Urlaubsflieger auf dem Weg vom Badeort Scharm el Scheich nach St. Petersburg war laut FSB in der Luft zerbrochen.

Kreml-Mitteilung

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